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25 Jahre Karpalak: Kränze, Minister und ein Seitenstreifen statt einer Gedenkstätte

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25 Jahre Karpalak: Kränze, Minister und ein Seitenstreifen statt einer Gedenkstätte

Fünfundzwanzig Jahre Karpalak. Fahnen, Kränze, Ehrenwache, Minister. Alles, was das Protokoll vorsieht, wurde getan. Was fehlt, ist dasselbe wie jedes Jahr: eine Gedenkstätte. Keine Tafel an einem Seitenstreifen - eine Gedenkstätte.

Am 8. August 2001 fuhr ein Konvoi mit Armeereservisten in Richtung Front bei Tetovo, als er in einen Hinterhalt geriet. Der Bus wurde von einem Raketenwerfer getroffen und ging in Flammen auf. Zehn Verteidiger kamen ums Leben, alle aus Prilep: Sašo Kitanovski, Nane Naumoski, Branko Sekulovski, Marko Despotovski, Erdovan Šabanovski, Ljube Grujoski, Darko Veljanovski, Vebi Rušitovski, Goran Minoski und Pece Sekulovski.

Der Angriff geschah fünf Tage vor der Unterzeichnung des Rahmenabkommens von Ohrid am 13. August 2001. Diese fünf Tage sind der ganze Unterschied zwischen einem Menschen, der den Frieden erlebte, und einem, der ihn nicht erlebte.

An der Gedenktafel mit den Namen legten Regierungsdelegationen Blumen nieder, angeführt von Bildungsministerin Vesna Janeska und Sportminister Borko Ristovski, dazu Vertreter des Präsidialamts, der Armee sowie Angehörige und Freunde der Getöteten.

Ministerpräsident Hristijan Mickoski erklärte, der 8. August bleibe „für immer im kollektiven Gedächtnis eingeprägt” und Karpalak sei „unsere gemeinsame Wunde, aber auch unsere Pflicht zu erinnern”. Verteidigungsminister Vlado Misajlovski sagte, das Opfer der Verteidiger werde nie vergessen.

Was bei einer Gedenkfeier nicht gesagt wird

Gesagt hat es Jovan Trajkovski, Teilnehmer des Konflikts von 2001 und Mitglied des Verbands der Militärreservisten aus Prilep. Sein Satz stand über allen protokollarischen Reden: „Seit vierundzwanzig Jahren legen wir Blumen auf einem gewöhnlichen Seitenstreifen nieder, ohne jede Gedenkstätte. Kein einziger Regierungsvertreter hatte den Mut, ein angemessenes Denkmal zu errichten.”

Fünfundzwanzig Haushalte. Fünfundzwanzig Jahrestage, zu denen man mit Kränzen kommt und mit einem Versprechen geht. Die Frage ist nicht, ob der Staat Geld für ein Denkmal hat - für weit Unnötigeres hat er welches. Die Frage ist, warum etwas, das weder ein Gesetz noch Verhandlungen noch die Zustimmung Dritter erfordert, in einem Vierteljahrhundert nicht geschehen ist.

Die Familien verlangen nichts, das ihnen jemand erst gewähren müsste. Sie verlangen einen Ort, der kein Seitenstreifen an einer Autobahn ist. Sieht der nächste Jahrestag wieder genauso aus, ist das kein Versäumnis mehr - dann ist es eine Entscheidung.