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Lebensmittel werden im Herbst teurer, aber nicht um 11,8 Prozent bei uns: Was die Prognose wirklich sagt

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Lebensmittel werden im Herbst teurer, aber nicht um 11,8 Prozent bei uns: Was die Prognose wirklich sagt

Die nächste Teuerungswelle kommt womöglich nicht von der Zapfsäule, sondern aus dem Brotregal. Nach Schätzungen von Oxford Economics könnten die globalen Lebensmittelpreise 2026 um 11,8 Prozent steigen und 2027 um weitere 4,8 Prozent.

Bevor diese Zahl Panik auslöst, lohnt es zu lesen, was sie genau bedeutet. Es ist eine Prognose für einen globalen Index der Preise von Nahrungsmittelrohstoffen - nicht für die Rechnung, die der Verbraucher an der Kasse zahlt. Oxford Economics selbst warnt, dass sich ein Anstieg bei Rohstoffen nicht automatisch und nicht im gleichen Prozentsatz auf den Einzelhandel überträgt. Der Endpreis hängt von heimischer Produktion, Import, Transport, Energie und Verarbeitung ab.

Wann und worauf

Der Schlag kommt nicht auf einmal. Bei frischem Obst und Gemüse erreichen Produktionsstörungen die Verbraucher binnen zwei bis drei Monaten - die erste Welle wird also im Oktober und November erwartet. Bei Brot, Nudeln, Käse, Öl und anderen verarbeiteten Lebensmitteln dauert der Prozess wegen Lagerbeständen, Verträgen und Distribution länger, die stärkste Überwälzung wird zwischen Februar und Mai 2027 erwartet.

Am stärksten exponiert ist Weizen. Oxford Economics schätzt, sein Preis könne im dritten Quartal 2026 rund 36 Prozent über dem Vorjahreszeitraum liegen, mit einem prognostizierten Preis von 6,92 Dollar je Bushel. Das heißt nicht, dass Brot um 36 Prozent teurer wird, aber es heißt Druck auf Mehl, Backwaren, Nudeln und Getreideprodukte.

Warum das passiert

Der Grund ist nicht eine schlechte Ernte, sondern drei Belastungen zugleich. Erstens das Wetter: Nach Sommerhitze und Dürre in Europa senkte der Verband Coceral die Prognose für die Getreideernte in EU und Großbritannien von 295,5 auf 286,6 Millionen Tonnen. Zum Vergleich: 2025 wurden rund 310 Millionen Tonnen eingefahren - eine Differenz von über 23 Millionen Tonnen in einem Jahr. In Deutschland wird ein Rückgang der Getreideproduktion um rund sieben Prozent auf etwa 41,9 Millionen Tonnen erwartet.

Zweitens die Kosten. Die globalen Dieselpreise lagen im Juli rund 36 Prozent über dem Vorjahr, und Düngerpreise könnten dieses Jahr um 22 Prozent steigen. Weizen hängt besonders am Dünger, was ihn doppelt exponiert.

Drittens Kriege und gestörte Handelsrouten - Straße von Hormus, Naher Osten, Ukraine.

Wo Mazedonien darin steht

Die heimische Weizenernte gibt eine gewisse Sicherheit, doch die Landwirte hängen an importiertem Kraftstoff, Dünger und Betriebsmitteln, die Lebensmittelindustrie an Energie, Transport und Rohstoffen. In einer kleinen, offenen Volkswirtschaft sickern Verteuerungen dieser Posten allmählich in die heimischen Preise.

Vorerst zeigt die amtliche Statistik jedoch keine Panik. Nach Angaben des Staatlichen Statistikamts lag die Gesamtinflation im Juli 2026 bei 0,1 Prozent gegenüber Juni und 2,3 Prozent gegenüber Juli des Vorjahres. Lebensmittel und alkoholfreie Getränke waren im Juli um 1,1 Prozent billiger als im Vormonat.

Auch das globale Bild ist nicht eindeutig. Im Juli lagen die globalen Preise für Nahrungsmittelrohstoffe rund ein Prozent über dem Vorjahr, Getreide war um 6,9 Prozent teurer, pflanzliche Öle um rund 17,3 Prozent. Das ist ein wichtiges Gegengewicht zu alarmierenden Schlagzeilen.

Die Region wiederum zeigt, wie unterschiedlich nationale Risiken ausfallen können. In Kroatien sagte Tatjana Radic, Beraterin des Landwirtschaftsministers, in Gesprächen mit Experten würden mögliche Verteuerungen von 20 bis 30 Prozent genannt, in bestimmten Szenarien bis zu 40 Prozent im Jahr 2027 - doch diese Schätzung ist an die Lage der kroatischen Landwirtschaft gebunden.

Also: Es gibt keine Prognose, nach der Lebensmittel bei uns um 11,8 Prozent teurer werden, und wer diese Zahl als heimische Vorhersage weitergibt, hat entweder die ganze Analyse nicht gelesen oder hofft, dass Sie sie nicht lesen. Real ist, dass die kommenden Monate ein Risiko tragen - und wie viel davon an der Kasse ankommt, hängt von der heimischen Ernte, den Lagerbeständen und den Verträgen der Importeure ab.