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Bequemlichkeit sieht man von außen: Ein Designer nannte die Regel, die Patinnen und Brautmütter am häufigsten brechen

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Bequemlichkeit sieht man von außen: Ein Designer nannte die Regel, die Patinnen und Brautmütter am häufigsten brechen

Die Regel, die Designer Alvaro Poidel für Patinnen und Brautmütter formuliert, ist interessanter als jedes einzelne Kleidungsstück: Bequemlichkeit sieht man von außen. Fühlt sich eine Frau im Kleid nicht sicher, liest man das den ganzen Abend an ihrer Haltung ab, ganz gleich, was das Kleid gekostet hat. Und ein zweiter Rat, für eine Moderedaktion beinahe ketzerisch - sich nicht zu sehr nach dem zu richten, was soziale Netzwerke vorgeben.

Das Protokoll, das er nennt, ist konkreter, als die meisten denken. Das lange Kleid ist der Patin vorbehalten, besonders wenn eine Mantilla getragen wird, und das gilt für eine Vormittags- wie für eine Nachmittagshochzeit. Die Brautmutter wählt Midi-Länge. Französische Ärmel sind für beide Rollen die erste Wahl - sie geben die größte Sicherheit.

Bei den Farben trennt sich die Linie. „Monochrome Looks funktionieren bei Patinnen sehr gut“, sagt Poidel, während Brautmütter häufiger mit der Kombination von Farben und Texturen ins Risiko gehen. Diesen Unterschied kennt man bei uns kaum - auf einer mazedonischen Hochzeit fallen beide Rollen meist in dieselbe Kategorie „festlich“, und damit landet alles in derselben Auslage.

Designerin Cristina Valenzuela trägt die Geschichte über die Materialien: Krepp, Bombasin, Seidengeorgette, Jacquard, Leinen und natürliche rustikale Seiden. Das sind keine Namen zum Angeben - das sind Stoffe, die Form halten und sich richtig bewegen, wenn ein Mensch sitzt, aufsteht und stundenlang tanzt.

Ihr Schlusssatz ist zugleich der beste Grund, warum das überhaupt ein Thema ist: Eine Patin oder Brautmutter einzukleiden heißt, „sie an einem der wichtigsten Tage ihres Lebens zu begleiten. Das Design muss dieser Emotion gewachsen sein.“ Bei uns ist eine Hochzeit eine ernste Sache mit monatelanger Vorbereitung - und die geringste Aufmerksamkeit bekommt ausgerechnet die Frau, die der Braut am nächsten steht.