Skip to content

Kroatien hat Serbiens Magyar gefunden: Demokratische Solidaritat oder geopolitische Einmischung?

1 Min. Lesezeit
Teilen

Kroatische Medien nannten ihn den "serbischen Peter Magyar". Vladan Djokic, ein serbischer Oppositionspolitiker, wurde mit dem ungarischen Oppositionsfuhrer verglichen, der Orban bei den Wahlen am 12. April besiegte. Die Botschaft ist direkt: Wenn es in Budapest funktioniert hat, kann es auch in Belgrad funktionieren.

Kroatiens "Jutarnji list" veroffentlichte eine Analyse mit einer Schlagzeile, die keinen Raum fur Zweifel lasst: "Ende der Suche nach einem Anfuhrer: Ist Vladan Djokic der Mann, der Vucic sturzen wird?" Nach Balkan-Massstaben ist das kein Journalismus - das ist eine Botschaft.

Der Vergleich mit Magyar ist nicht zufallig. Nach seinem Sieg sehen einige europaische Oppositionsbewegungen Ungarn als Modell - Beweis, dass langjahriger Fuhrer fallen konnen, wenn der richtige Kandidat auftaucht. Gilt das auch fur Serbien? Kroatische Analysten meinen offensichtlich ja.

Auf der anderen Seite sind die Anschuldigungen ein Spiegel der Spannungen: Die serbische Seite behauptet, Kroatien und seine Geheimdienste unterstützten Oppositionsbewegungen seit Beginn der Strassenproteste, hatten Terrorverdachtige beherbergt und Veranstaltungen mit prominenten antiserbischen Figuren organisiert.

Gleicher Balkan, neue Namen, alte Spiele. Wenn der Nachbar dir sagt, wer dein Fuhrer sein soll - ist das demokratische Solidaritat oder geopolitische Einmischung? Auf dem Balkan hangt die Antwort ausschliesslich davon ab, wer fragt und wer gefragt wird.