Skip to content

Kroatischer Ökonom in den USA verhaftet: Die Aufsicht warnte schon zu Hause, die Strafanzeige kam aus New York

1 Min. Lesezeit
Teilen
Kroatischer Ökonom in den USA verhaftet: Die Aufsicht warnte schon zu Hause, die Strafanzeige kam aus New York

In einer Position stand, der Fonds habe 2024 eine Rendite von 38,44 Prozent erzielt. Im echten Brokerbericht standen 16,39. Die Differenz zwischen diesen beiden Zahlen ist nun Gegenstand einer Strafanzeige bei der Bundesstaatsanwaltschaft für den Southern District of New York.

Der kroatische Ökonom Vuk Vukovic, Gründer von Oraclum Capital LLC sowie Chief Executive und Investment Officer des Fonds ORCA BASON, wurde in den USA verhaftet. Die Vorwürfe lauten Wertpapierbetrug und Betrug über elektronische Kommunikationsmittel. Jeder davon trägt eine Höchststrafe von 20 Jahren Haft. Er ist 38 Jahre alt.

Was in der Anzeige steht

Laut Anklage sammelte Vukovic mindestens seit 2024 Geld von Investoren ein, indem er die Renditen des Fonds höher darstellte, als sie tatsächlich waren. Er verschickte falsche Monatsberichte und gefälschte Brokerabrechnungen. Bei einer Durchsuchung im September räumte er gegenüber dem FBI ein, dass die Brokerabrechnungen nicht korrekt waren - bestritt aber, sie selbst verschickt zu haben.

Vorwürfe bleiben Vorwürfe. Vukovic gilt als unschuldig, bis seine Schuld vor Gericht bewiesen ist. Dieser Satz ist in dieser Geschichte mehr als eine juristische Formalie, denn es geht im Kern darum, wer Zahlen wie belegt.

Das Signal kam zu Hause - und blieb ohne Fortsetzung

Der interessanteste Teil der Chronologie ist das, was früher nicht geschah. Die kroatische Finanzdienstleistungsaufsicht Hanfa hatte bereits zuvor Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit dem Vertrieb des Fonds in Kroatien festgestellt. Vukovic wies die Vorwürfe damals zurück und beteuerte, die Anlagekonstruktion sei vollständig legal. Danach - nichts.

Die Aufsicht sah es also, die Aufsicht notierte es, und dort blieb die Geschichte stehen. Es brauchte eine Grenzüberschreitung, eine Jurisdiktion mit FBI und Bundesstaatsanwalt, damit dieselben Feststellungen als Strafanzeige mit zwanzig Jahren Haftandrohung endeten.

Das ist keine Geschichte darüber, wie streng amerikanische Gerichte sind. Es ist eine Geschichte darüber, was es kostet, wenn die heimische Aufsicht die Arbeit halb erledigt. Die Region kennt dieses Muster auswendig: Der Bericht wird geschrieben, registriert, archiviert - und niemand fragt, was danach geschah. Die Frage an unsere Aufsichtsbehörden ist einfach: Wie viele ähnliche Akten liegen gerade irgendwo, vollständig geschrieben, und warten darauf, dass sie jemand anderes öffnet?