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Deutsche Übernachtungen in Kroatien um 28 Prozent gesunken: Der Adria-Gast wählt den Ort nicht mehr aus Gewohnheit

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Deutsche Übernachtungen in Kroatien um 28 Prozent gesunken: Der Adria-Gast wählt den Ort nicht mehr aus Gewohnheit

Das kroatische Statistikamt hat die Juni-Zahlen veröffentlicht, und sie lesen sich in Zagreb nicht angenehm. Drei Millionen Ankünfte, 6,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Dreizehneinhalb Millionen Übernachtungen, ein Minus von 6,1 Prozent.

Bei ausländischen Gästen ist der Rückgang schärfer: 2,6 Millionen Ankünfte, 8,9 Prozent weniger, und 12,3 Millionen Übernachtungen, 7,5 Prozent weniger. Der größte einzelne Verlust kommt vom Markt, den der kroatische Tourismus als sein Fundament betrachtet. Die deutschen Übernachtungen sind um 28,1 Prozent gesunken.

Fast ein Drittel des wichtigsten Marktes, in einer Saison. Das ist kein statistisches Rauschen.

Die einzige wachsende Zahl ist die inländische. Kroatische Touristen sorgten für 387.000 Ankünfte, 11,8 Prozent mehr, und 1,2 Millionen Übernachtungen, ein Plus von 11,7 Prozent. Wenn die eigenen Bürger die Küste schneller füllen als die Ausländer, bedeutet das meist, dass der Preis den Punkt erreicht hat, an dem selbst der einheimische Gast zweimal überlegt.

Istrien blieb die meistbesuchte Region, doch auch dort liegt die Besucherzahl um 10 Prozent niedriger. Wenn auch die stärkste Region sinkt, fällt die Erklärung „schlechte Lage” weg.

Die offizielle Erklärung und was in ihr fehlt

Die kroatischen Behörden reagierten mit einem Argument, das nicht falsch ist: Das erste Halbjahr war stark, und der Juni-Rückgang gehe auf Kalendereffekte, verschobene Ferien und veränderte Reisegewohnheiten zurück. Das Tourismusministerium betont, ein schwacher Monat beschreibe nicht das ganze Jahr.

Das ist richtig - und gleichzeitig eine Antwort auf eine Frage, die niemand gestellt hat. Der Kalender kann erklären, warum Gäste im Juli statt im Juni kamen. Der Kalender erklärt nicht, warum die Deutschen, wenn sie kommen, deutlich kürzer bleiben.

Für die gesamte Region ist das eine Zahl, die man beobachten sollte, nicht bejubeln. Kroatien ist das einzige Land des früheren Jugoslawien mit EU-Vollmitgliedschaft und der am besten entwickelten Tourismusinfrastruktur an der Adria. Wenn diese Kombination in dieser Saison den deutschen Gast verliert, lautet die Frage nicht, was Kroatien falsch gemacht hat, sondern wohin dieser Gast stattdessen fährt.

Die Antwort ist höchstwahrscheinlich: an dasselbe Meer, nur weiter südlich und billiger. Die Balkanküste konkurriert nur mit sich selbst, und die Saison 2026 zeigt, dass der Gast den Ort nicht mehr aus Gewohnheit wählt.