Skip to content

Das Feuer erreichte Omiš: tausend Evakuierte, zehn Verletzte, und auf die Löschflugzeuge wartete man bis zum Morgengrauen

1 Min. Lesezeit
Teilen
Das Feuer erreichte Omiš: tausend Evakuierte, zehn Verletzte, und auf die Löschflugzeuge wartete man bis zum Morgengrauen

Das Feuer brach am Donnerstag gegen acht Uhr abends bei Lokva Rogoznica aus. Um zwei Uhr nachts war es bereits in Omiš - nicht über der Stadt, in der Stadt. Fünfzig Meter vom Zentrum entfernt. Wenn ein Feuer diese letzten fünfzig Meter überwindet, ist es keine Waldbrandmeldung mehr, sondern etwas anderes.

Rund tausend Menschen wurden evakuiert. Ein Teil ging zu Fuß, ein Teil mit Bussen, ein Teil mit Booten der Hafenbehörde - denn die Adria-Küstenstraße war gesperrt und der Weg Richtung Makarska blockiert. Wenn der einzige Ausweg aus einer Küstenstadt das Meer ist, sagt das schon alles über das Tempo.

Zehn Verletzte, explodierende Gasflaschen

Mindestens zehn Personen wurden verletzt, zwei schwer. Bürgermeister Zvonko Močić bestätigte, dass ein Mann mit Verbrennungen notfallmäßig ins Krankenhaus gebracht wurde. Ein Teil der Stadt blieb ohne Strom. Berichten vom Ort zufolge explodierten ununterbrochen Gasflaschen, und die Sirenen von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei rissen nicht ab.

Auf der Küstenstraße brannten Dutzende Fahrzeuge aus. Es gibt Aufnahmen eines Fahrers, der aus einem bereits brennenden Auto flieht. Das sind keine Waldbrandbilder - das sind Bilder einer Stadt, die keinen Rückzugsraum hat, eingeklemmt zwischen Fels und Wasser.

„Wir kämpfen gegen etwas, das stärker ist als wir”

Den Satz sagte ein Feuerwehrmann aus Dubrovnik, der sich direkt vom Brandherd meldete. Das ist keine Rhetorik. Der oberste Feuerwehrkommandant Slavko Tucaković ordnete die sofortige Verlegung von Kräften aus dem Landesinneren an - Einheiten aus den Gespanschaften Koprivnica-Križevci, Krapina-Zagorje, Bjelovar-Bilogora und aus Zagreb, zusätzlich zu den bereits entsandten aus Zadar, Šibenik und Dubrovnik. Wenn man Leute aus dem halben Land an einen Brandherd wirft, gibt man zu, dass die örtlichen Kapazitäten erschöpft sind.

Auf die Löschflugzeuge wartete man bis zum Morgen. Das ist Physik, kein Versäumnis - Flugzeuge fliegen nachts nicht über solches Gelände. Es heißt aber auch: Die gefährlichsten acht Stunden übersteht die Stadt nur mit Menschen, Schläuchen und Wind gegen sich.

Ein Cafébesitzer sagt, es war Brandstiftung

Der Besitzer eines örtlichen Cafés erklärte, seine Frau habe gesehen, wie es begann, und das Feuer sei absichtlich gelegt worden. Das ist eine Behauptung, kein Befund - die Ermittlung muss erst etwas sagen. Bestätigt sie sich, geht es in dieser Geschichte nicht um Klima und Dürre, sondern um einen Menschen, der beim denkbar schlimmsten Wind den Hügel über einer Stadt voller Touristen anzündete. Er hat gewählt.

Warum das keine fremde Nachricht ist

Omiš im August ist nicht nur eine kroatische Stadt. Es ist ein Ziel voller Gäste aus der ganzen Region, auch aus Mazedonien - Menschen, die jetzt in einer Sporthalle auf Matratzen des Roten Kreuzes schlafen, wenn sie das Glück hatten, dorthin zu gelangen. Das Aufnahmezentrum in der Halle Ribnjak nahm in dieser Nacht rund tausend Menschen auf.

Der Balkan kennt diese Szene auswendig. Jeden Sommer ein anderes Land, dasselbe Drehbuch: Wind, mit trockenen Kiefern bewachsene Hänge, Häuser direkt am Waldrand und Feuerwehrleute, die vom anderen Ende des Landes kommen, weil die örtlichen nicht mehr können. Die Frage, die niemand laut stellen will, lautet: Plant überhaupt jemand dafür, oder wartet man jedes Jahr, bis das Feuer ausbricht, um dann zu mobilisieren?

Močić sagte in dieser Nacht einen Satz, der die Lage zusammenfasste: Diese Nacht muss überstanden werden. Der Morgen wird zeigen, wie viele Häuser fehlen.