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Lara wechselte ihr Brautkleid 24 Stunden vor der Hochzeit - und zog einen Schleier aus dem 19. Jahrhundert an, den ihre Großmutter in Brüssel kaufte

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Lara arbeitet bei Zara, in der spanischen Zentrale. Sie weiß mehr über Mode als jeder andere Gast auf ihrer Hochzeit. Und doch, als es an der Zeit war, ein Brautkleid zu wählen, wusste sie nicht, was sie wollte. "Ich wusste nur, dass es klar, elegant sein muss, mit einem romantischen oder Boho-Detail", sagt sie im Interview nach der Hochzeit. Sie heiratete am 10. Mai 2025 in Madrid. Das Kleid ist das Werk der Designerin Flor Fuertes.

Das Design ist asymmetrisch. Die Basis ist Seidensatin, überzogen mit Seidengaze für Bewegung. Der Ausschnitt ist im "Bardot"-Stil mit doppeltem Träger auf einer Seite. Der Körper hat eine diagonale Drapierung, die mit plissierten Seidenteilen unter der Taille endet. Resultat: keine minimalistische Brautkleid, nicht überdekoriert. Es baut seine eigene Kohärenz.

Aber die echte Wendung ist nicht das Kleid. 24 Stunden vor der Hochzeit, wechselte Lara den Schleier. Ursprünglich plante sie ein neutrales, ländliches Modell. Funktionierte nicht. Von Idee zu Idee springend, erinnerte sie sich, dass sie vor einigen Monaten in "Mantones del Sur" einen Schleier aus dem 19. Jahrhundert, belgische Spitze, anprobiert hatte. Sie rief an, fragte, wo das Stück sei. Verrückter Zufall: es war in der Werkstatt von Flor Fuertes in Madrid. Kam am nächsten Morgen an. Wurde als "Juliet-Kappe" getragen mit offenem, natürlich gewelltem Haar.

Die restlichen Details sind eher sentimental als modisch. Großmutters Halskette. Verlobungsring mit seltenem Saphir und Diamant. Die alten Ohrringe der Eltern. Valentinos Lackschuhe für die Zeremonie, dann gewechselt zu Castañer-Espadrilles für die Feier - klassischer Zugang der spanischen Bräute. Der Strauß: weiße Callas, Lieblingsblume ihrer verstorbenen Großmutter, kombiniert mit Grün und Amaranth.

Die Hochzeit war in "Parroquia de Nuestra Señora del Perpetuo Socorro" in Madrid, die Feier in "Villa del Mentidero". Man spürte Galicien: personalisiertes "Estrella Galicia" Bier (weil sie in La Coruña leben), DJ Diego Aguas. Die ganze Geschichte klingt täuschend einfach, aber das ist einer dieser Ansätze, der nicht mit Geld zu kaufen ist. Lara hatte die Ressourcen, ein Brautkleid mit dem ganzen Vogue-Spain-Team zu machen - sie wählte die Spitze ihrer Großtante und die Halskette ihrer Großmutter. Die Spanier wissen, wie man Hochzeiten macht, wenn niemand zusieht. Ein Balkan-Leser wird das wiedererkennen: die echte Hochzeit ist nie die, die für Instagram aussieht.