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17-jährige Schülerin in Schule in Karpoš angegriffen - Mitschüler hatte sie über lange Zeit psychisch misshandelt, bevor er körperlich zuschlug

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Das Innenministerium in Skopje meldete einen neuen Fall von Peer-Gewalt. Eine 17-jährige Schülerin einer Mittelschule in der Gemeinde Karpoš wurde von ihrem Mitschüler körperlich angegriffen, der sie - laut Anzeige - über einen längeren Zeitraum psychisch misshandelt hatte.

Der Fall wurde vom Vater des Mädchens, O.S. (45) aus Skopje, am 18. Mai gegen 19:15 Uhr angezeigt. Laut Anzeige fand der körperliche Angriff am selben Tag gegen 14:30 Uhr in den Räumen der Schule statt. Die Polizei trifft Maßnahmen zur Aufklärung.

Was diesen Fall besonders ernst macht: Es ist kein isolierter Vorfall. Die psychische Misshandlung, so der Vater, dauerte einen längeren Zeitraum. Mit anderen Worten: das Mädchen lebte in Angst, bevor es zum körperlichen Angriff kam. Eine Geschichte, die sich wiederholt - und in ihr findet sich eine Kette institutionellen Versagens.

Wie viele Lehrer in dieser Schule wussten von der psychischen Misshandlung? Wie viele Eltern des Täters bekamen eine Warnung, bevor der Fall eskalierte? Wie viele Stunden Gespräche gab es mit dem Schulpsychologen, und was kam dabei heraus? Alle diese Fragen bleiben offen. Die Realität: Die meisten Mittelschulen in Nordmazedonien haben keinen funktionierenden psychologischen Dienst mit verfügbaren Ressourcen. Sie haben einen Psychologen auf 1.500 Schüler. Das ist kein Dienst, das ist Symbolik.

Peer-Gewalt in Nordmazedonien hat eine Formel: sie beginnt mit Worten, geht über Isolation und Erniedrigung weiter, endet mit körperlicher Gewalt. Wenn man die körperliche Stufe erreicht hat, ist es bereits zu spät. Die Familie des Opfers trägt psychische Folgen, die sich über Jahre hinziehen. Der Täter erhält in vielen Fällen keine ernste Folge - weil er minderjährig ist, weil man denkt, "er wird sich bessern", weil niemand die Energie hat, bis zum Ende zu gehen.

Was die Medien nicht behandeln: wie viele Fälle ungemeldet bleiben. Familien, die sich schämen. Mädchen, die am Ende die Misshandlung als "normal" akzeptieren. Mädchen, die die Schule wechseln, ohne dass die eigentlichen Probleme gelöst werden. Die Frage, die jede Schule in Nordmazedonien sich heute stellen sollte, ist einfach: weißt du, welche Schülerin bei dir gerade Angst hat, morgen zu kommen?