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Skopjes Ausschreibung für 150 E-Busse gekippt - Bürgermeister Gjorgjievski schuldet eine Erklärung

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Skopjes Ausschreibung für 150 E-Busse gekippt - Bürgermeister Gjorgjievski schuldet eine Erklärung

Die Ausschreibung für 150 Elektrobusse und 75 Ladestationen im Wert von 51 Millionen Euro - das Projekt, das das chronische Chaos im Skopjer Nahverkehr beheben sollte - wurde annulliert. Die staatliche Beschwerdekommission für öffentliche Auftragsvergabe entschied, dass sowohl technische als auch formale Mängel ein Fortsetzen unmöglich machen. Skopje steht jetzt ohne die versprochenen Öko-Busse da, und Bürgermeister Orce Gjorgjievski ohne Rechtfertigung.

Der Fall begann mit vier Angeboten: Electrobus-Ikarus/EVN mit 50,6 Millionen Euro (314.000 pro Bus), Actrus/King Long mit 50,7 Millionen (324.000 pro Bus), Zhong Tong mit 50,6 Millionen (327.000 pro Bus), und die türkische BMC mit 59,2 Millionen (385.000 pro Bus). Die chinesischen Firmen flogen wegen ungültiger Bankgarantien raus. Die türkische - wegen nicht unterzeichneter Bankgarantie und nicht passender technischer Spezifikationen.

Und das siegreiche Tandem Ikarus/EVN? Die Beschwerdekommission stellte fest, dass die Kooperationsvereinbarung zwischen beiden "nur auf Papier, nicht elektronisch unterzeichnet" war. Ein technischer Fehler, der alle weiteren Schritte zunichtemacht. Die gesamte Ausschreibung - annulliert.

Diese Niederlage ist besonders peinlich, weil Bürgermeister Gjorgjievski vor wenigen Tagen noch angekündigt hatte, "die Lieferung der Busse von der ungarischen Firma Ikarus beginnt in etwa einem Monat". Jetzt - kein einziger Bus, keine Ladestation, kein Tag näher an dieser Lieferung. Die Annullierung erfolgte ohne öffentliche Begründung der Stadt Skopje.

Für die Skopje-Bewohner ist das nur ein weiterer Punkt auf einer langen Liste von Versprechen und Versäumnissen im Nahverkehr. Schnellbussystem (BRT), neue Busse, kostenloser Transport - jedes dieser Projekte wurde in den letzten 15 Jahren von politischen Konflikten und administrativen Verzögerungen begraben. Levica griff sofort an: "Der Leidensweg der Skopje-Pendler geht weiter." Für Gjorgjievski, im ersten Amtsjahr, ist das der erste echte Test, ob er ein Kapitalprojekt umsetzen kann. Eine Niederlage beim ersten Versuch ist ein klares Signal - geerbte Bürokratie lässt sich nicht durch Pressekonferenzen lösen.

Die Frage, die Bürger stellen sollten, ist nicht "wann kommen die neuen Busse" - darauf gibt es keine Antwort mehr. Die Frage ist: Wie viele Jahre wird noch gewartet, und wer haftet für die verlorenen Monate? Denn in der Zwischenzeit stehen die Fahrgäste in denselben heruntergekommenen Bussen, im selben Stau, in derselben verschmutzten Luft.