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Ordnungsobsession ist kein Perfektionismus - eine Psychologin erklärt, warum zwanghaftes Aufräumen eine Form der Emotionsregulation ist

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Ordnungsobsession ist kein Perfektionismus - eine Psychologin erklärt, warum zwanghaftes Aufräumen eine Form der Emotionsregulation ist

Wir alle kennen sie - Menschen, die sich nicht auf ein Sofa setzen können, wenn ein Kissen schief liegt. Die Wäscheklammern immer in dieselbe Richtung drehen. Die Unbehagen empfinden, wenn die Geschirrtücher nicht nach Farbe sortiert sind. Eine einfache Interpretation würde sagen „Perfektionisten". Die Psychologin Sara Navarrete sagt etwas weit Interessanteres: Diese Menschen suchen Emotionsregulation, nicht Perfektion.

„Äussere Ordnung funktioniert oft als Weg, die innere Welt zu regulieren", erklärt Navarrete. Wenn das Leben unvorhersehbar wirkt - Arbeit, Beziehung, Finanzen -, gibt das Aufräumen vorübergehend psychologische Erleichterung. Stress, Angst und Chaos lösen zwanghaftes Organisieren aus, nicht als Makel, sondern als Verteidigung.

Solange es funktioniert. Das Problem beginnt, wenn der Perfektionismus die Entspannung verhindert. Wenn man keinen Film schauen kann, weil man Staub auf dem Regal bemerkt. Wenn der Urlaub mit der Familie genau so lange dauert wie das erste Durcheinander in der Küche - danach kommt der Körper nicht mehr zur Ruhe. Das ist keine Strategie mehr. Das ist ein Gefängnis, das man sich selbst gebaut hat.

Warnzeichen laut Navarrete: Angst, wenn man nicht sofort putzen kann; rigide Unflexibilität gegenüber Perfektion; und Konflikte mit Familienmitgliedern, die „nicht verstehen", warum die Dinge genau so sein müssen. Wenn drei von drei vertraut klingen, dann dient die Ordnung nicht mehr Ihnen - Sie dienen ihr.

Die Lösung ist nicht Chaos aus Trotz. Die Lösung ist Flexibilität. Echter Friede kommt nicht aus erreichter Perfektion, sondern aus dem Annehmen von Unvollkommenheit ohne Beunruhigung. Ein einfaches Experiment: Lassen Sie das Haus einen Tag in „ausreichender Ordnung" statt in „maximaler Ordnung". Schauen Sie, wie Sie sich fühlen. Wenn die panische Reaktion zu stark ist, ist das ein sicheres Zeichen, dass die Sache nicht im Haus liegt.