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Europa braucht dringend Kupfer, Mazedonien sitzt auf 350 Millionen Euro in Ilovica - und rührt sich nicht

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Europa braucht dringend Kupfer, Mazedonien sitzt auf 350 Millionen Euro in Ilovica - und rührt sich nicht

Europa sucht händeringend nach sicheren Kupferquellen für seine grüne Wende, und Mazedonien sitzt auf einem seiner größten Bodenschätze - und aktiviert ihn nicht. Das Kupferminen-Projekt in Ilovica, rund 350 Millionen Euro wert, liegt seit Jahren auf Eis, während der Weltmarktpreis für Kupfer stetig steigt.

Der Kontext ist größer als eine einzelne Mine. Der Präsident von Euromines, dem europäischen Verband der Bergbauindustrie, warnt, dass die Abhängigkeit von importierten kritischen Mineralien ein strategisches Risiko für die europäische Wirtschaft sei. „Wir sehen Handelskriege und Exportbeschränkungen für diese Rohstoffe", sagt er und betont, dass Europa eine widerstandsfähige Lieferkette braucht. Kupfer steht auf der EU-Liste kritischer Mineralien, und ausgerechnet jetzt, da die Geopolitik die Regeln neu schreibt, hat den Vorteil, wer über die Rohstoffe verfügt.

Das Projekt „Ilovica" präsentiert sich als größte Greenfield-Investition im Land, mit Potenzial für neue Arbeitsplätze, Einnahmen für den Staatshaushalt und für die Gemeinden Bosilovo und Novo Selo. Der Geologe Prof. Dr. Dimov weist darauf hin, dass Mazedonien und der Norden Griechenlands denselben metallogenetischen Gürtel teilen - und nennt als Beispiel die Mine „Skouries" auf Chalkidiki, wo, wie er sagt, moderne Technologien mit „praktisch null Emissionen" und ständigem Monitoring zum Einsatz kommen. „Ich sehe nicht, warum wir diesem Beispiel nicht folgen könnten", betont er.

Natürlich ist die Geschichte des Bergbaus in Mazedonien nie einfach - hinter jedem solchen Projekt stehen reale ökologische Ängste und eine Geschichte des Misstrauens gegenüber den Institutionen, die es kontrollieren sollen. Und das ist legitim. Doch die eigentliche Frage lautet anders: Statt die Debatte als „alles oder nichts" zu führen, warum hat der Staat keine klare, fachliche und transparente Bewertung vorgelegt - was genau gewonnen wird, was riskiert wird und unter welchen Bedingungen? Wenn ein Land nicht einmal die Diskussion über seine eigenen Rohstoffe richtig eröffnen will, bekommt es am Ende weder Naturschutz noch wirtschaftlichen Nutzen - nur eine weitere verpasste Chance und einen weiteren Grund zur Abwanderung.