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Hormuz: 1.000 Schiffe und 20.000 Seeleute festsitzend, Kerosin verdoppelt. Monate bis zur Normalisierung

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Das Internationale Transportforum (ITF), eine Organisation mit 72 Mitgliedstaaten, hat eine klare Botschaft zur Straße von Hormuz: selbst nach einer Öffnung wird der reguläre Betrieb Monate auf sich warten lassen. Ein Schock, von dem, wie Generalsekretär Young Tae Kim sagte, „die Welt anders denken lernen muss".

Die Zahlen sind hart. Durch die Straße von Hormuz laufen normalerweise 25 Prozent des weltweiten Tankerverkehrs. In der ersten Woche des erklärten Waffenstillstands passierten nur 45 Schiffe. Rund 1.000 Handelsschiffe und 20.000 Seeleute stecken im Persischen Golf fest.

Die Kerosinpreise haben sich verdoppelt. Fluggesellschaften weltweit strichen allein 13.000 Flüge im Mai. Lufthansa und Croatia Airlines haben den Sommerflugplan bereits ausgedünnt. Für Reisende auf dem Balkan heißt das zweierlei: weniger Direktverbindungen aus Skopje, Zagreb, Sofia; und höhere Preise für das, was übrig bleibt.

Die ITF erklärt, warum eine bloße Öffnung der Meerenge nicht für Normalisierung ausreicht. Nötig sind: Wiederherstellung des Vertrauens in pünktliche Lieferungen, Absicherung der Besatzungen, Versicherung und - vermutlich am komplexesten - Minenräumung. Jede dieser Phasen dauert Wochen oder Monate. Kumulativ liegt die realistische Frist bei drei bis sechs Monaten, nicht drei bis sechs Wochen.

Kim schloss mit einer allgemeinen Lehre: „Dieser Schock verändert, wie wir denken." Die Welt baut eine Wirtschaft auf der angenommenen Sicherheit jeder Lieferkette auf. Reißt eine, zittert die ganze Kette. Der Balkan, Importeur fast aller Dinge, spürt das unmittelbar. Es ist nicht nur Öl - alles, was per Schiff transportiert wird, trägt einen neuen Preis.