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Kreml entzieht Akkreditierungen ausländischer Journalisten für den 9. Mai: Kameras in Moskau nur für die eigenen

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Der Kreml hat erstmals in der Geschichte der Parade zum Tag des Sieges die Akkreditierungen ausländischer Journalisten entzogen. Laut "Der Spiegel" wurden Reporter der deutschen ARD und ZDF, des britischen Sky News, der französischen AFP, des italienischen RAI und des japanischen NHK informiert, dass sie am 9. Mai in Moskau keinen Zutritt haben werden. Erlaubt sind nur russische Medien.

Die Erklärung des Kreml-Sprechers ist knapp: "Aufgrund der aktuellen Lage wurde das Format der Berichterstattung über die Parade zum Tag des Sieges geändert." Übersetzt - wir wollen keine fremden Kameras auf einer Bühne, auf der wir zu beweisen versuchen, dass alles in Ordnung ist.

Das ist das erste Mal seit Beginn der Parade, dass Moskau bereits erteilte Akkreditierungen widerruft. Es lehnt keine neuen Anfragen ab - es zieht bestätigte zurück. Ein Signal, das sich nicht anders lesen lässt: Die Bilder dieses Jahr sollen unter vollständiger redaktioneller Kontrolle des Kremls stehen. Paradenoptik im Zeitalter der Drohnen, genau wie die russischen Propagandisten sie gestalten wollen.

Die Parade am 9. Mai in Moskau hat immer eine politische Seite, aber dieses Jahr ist sie reine Inszenierung. Ausländische Medien sind nicht zugelassen, weil jede Aufnahme außerhalb des vorher festgelegten Fokus zulasten des Narrativs interpretiert werden könnte. Auf dem Balkan kennen wir das: Wenn eine Institution unabhängigen Kameras die Tür verschließt, heißt das nicht, dass es nichts zu sehen gibt. Es heißt, dass die, die hinschauen, als Bedrohung gelten.