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Die beiden Überlebenden aus Staro Nagoricane sagten aus: „Eine ganze Stunde hat er mich geschlagen“ - und die Gutachter schrieben, das Wiederholungsrisiko sei hoch

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Die beiden Überlebenden aus Staro Nagoricane sagten aus: „Eine ganze Stunde hat er mich geschlagen“ - und die Gutachter schrieben, das Wiederholungsrisiko sei hoch

Zwei Frauen, 87 und 83 Jahre alt, standen vor dem Gericht in Kumanovo und schilderten, was der Mann getan hatte, der wenige Meter von ihnen entfernt saß. Beide stammen aus Chelopek. Beide überlebten. Vier andere Frauen aus denselben Dörfern nicht.

Trajko Bojkovski (25) aus Dragomance ist wegen vier Morden und zwei Mordversuchen angeklagt. Die Anklage sagt, er habe aus niedrigen Beweggründen gehandelt - er griff alte, alleinstehende und wehrlose Frauen an, die er bereits kannte, erwürgte sie und vergewaltigte sie, nachdem er sie getötet hatte. Das Gericht muss nun feststellen, ob der Mann wusste, was er tat.

Die Aussage, die eine Stunde dauerte

Rosanda Trajkovska wurde am 9. Februar 2025 angegriffen, während sie in ihrem Haus fernsah. „Eine ganze Stunde hat er mich geschlagen, mit den Händen und mit einem Telefon auf den Kopf“, sagte sie vor Gericht. Er trat ihr auf den Fuß, damit sie sich nicht bewegen konnte. Er floh nur, weil draußen etwas polterte - das Haus liegt an der Straße.

Slobotka Arsovska wurde am 22. Juli gegen ein Uhr nachts angegriffen. Sie stand auf, um zur Toilette zu gehen, und fand ihn im Flur. Dreimal fragte sie ihn, wie er hereingekommen sei. Er schwieg, dann griff er sie an und begann sie zu würgen. Ihr blieb die Luft weg, mit letzter Kraft rief sie nach ihrem Sohn Jovan. Er nahm an, der Sohn sei im Haus, und rannte weg. Sie verlor das Bewusstsein und holte erst am nächsten Tag Hilfe.

Das ist der entscheidende Punkt in beiden Fällen: Der Mann floh nicht, wenn ihn jemand aufhielt, sondern wenn er glaubte, jemand komme. Zwischen den beiden Angriffen lagen fünf Monate.

Das Verhalten im Gerichtssaal

Bei der vorherigen Verhandlung lachte Bojkovski und starrte an die Decke. Der Neuropsychiater Mice Duduchki beschrieb das vor Gericht als pseudodementes Verhalten - ein Verhalten, das den Eindruck erweckt, der Betroffene erinnere sich nicht und verstehe nicht. Er erwähnte auch das Ganser-Syndrom, einen Zustand, in dem jemand offensichtlich falsche Antworten gibt. Er betonte aber: Das Vorliegen einer Psychopathologie bedeutet nicht automatisch Schuldunfähigkeit.

Die Staatsanwaltschaft ist schärfer. Für den Ankläger lässt das bereits erstellte Gutachten keinen Zweifel - es handelt sich um einen voll schuldfähigen Täter. Die Verteidigung fordert, alle drei Gutachter vor Gericht zu hören, um eine Sicherungsmaßnahme nach Artikel 63 des Strafgesetzbuches zu prüfen. Die Logik des neuen Pflichtverteidigers ist ungewöhnlich offen: Der Angeklagte wird sicher verurteilt, aber eine Haftstrafe allein beseitigt die Gefahr nicht, die die Gutachter festgestellt haben.

Das Risiko, das die Gutachter aufschrieben

Darin liegt das unangenehmste Detail der gesamten Verhandlung. Der Befund der Sachverständigen enthält die Schlussfolgerung, es bestehe ein hohes Wiederholungsrisiko. Das ist keine Medienspekulation - es steht in einem Dokument, das als Beweismittel in das Verfahren eingeführt wurde.

Der Prozess wird im September fortgesetzt, dann sollen die drei Gutachter und der Angeklagte selbst aussagen. Bis dahin bleibt die Frage, die im Saal niemand laut stellte: Wie viel Zeit verging zwischen dem ersten Angriff im Februar und dem letzten Fall - und was tat das System in diesen Monaten, während ein Mann von Dorf zu Dorf durch Staro Nagoricane zog.