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Die 70er-Wohnung, die sie nicht entkernten: renovieren, ohne alles wegzuwerfen

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Die 70er-Wohnung, die sie nicht entkernten: renovieren, ohne alles wegzuwerfen

Eine Wohnung aus den 1970ern in Madrid, 250 Quadratmeter, dunkel und abgeschlossen, in kleine Räume zerteilt, die keiner heutigen Lebensweise mehr entsprechen. Statt alles abzureißen und bei null anzufangen - die einfachste und teuerste Lösung - wählte die Innenarchitektin Beatriz Sánchez vom Studio DOSDE den schwereren Weg: das Beste bewahren, den Rest neu formen. Das Projekt gewann einen Preis beim Design Summer Fest 2025.

Die Strategie stand von Anfang an fest. „Wir entschieden uns, Elemente wie den Boden, die Schränke und die Bibliothek zu respektieren, um dort zu investieren, wo der Kunde jeden Tag den Unterschied bemerkt - die Küche und einige Details“, sagt Sánchez. Drei Ziele: mehr Licht, bessere Verbindung zwischen den Räumen und Anpassung an das moderne Leben einer Familie mit drei Teenagern.

Das Wohnzimmer behielt seinen originalen Fischgrät-Eichenboden, die Hauptbibliothek und den Kamin - doch alles bekam ein neues Gesicht. Der Kamin wurde mit Cosentino-Quarzit aufgefrischt, die Bibliothek im gleichen Ton wie die Wände lackiert, damit sie optisch mit ihnen verschmilzt. Beleuchtete Vitrinen an den Enden kamen hinzu, dazu eine Arbeitsecke mit Holzregalen an den Fenstern - für eine Familie, die zunehmend von zu Hause arbeitet.

Renovierte Küche mit Eichenschränken und zentraler Kochinsel

Die Küche ist das Herz des ganzen Projekts - und das sieht man. Die zentrale Insel aus Taj-Mahal-Quarzit von Cosentino dient zugleich als Arbeitsfläche, Treffpunkt und informeller Essplatz. Die Schränke sind aus natürlicher Eiche von DOSDE Cocinas, im Arbeitsbereich liegen Fliesen von Equipe. „Die Küche ist jetzt das Herz des Projekts. Die Achse, das Zentrum des Hauses. Wo das Leben langsam köchelt“, sagt die Designerin. Die offenen Regale neben dem Dunstabzug sind das Detail, das sagt: Diese Küche ist zum Leben da, nicht zum Fotografieren.

Der Essbereich ist schlicht - ein Holztisch mit Metallstühlen, durchflutet vom Tageslicht der Fenster. Das Hauptschlafzimmer bekam ein maßgefertigtes Kopfteil mit eingebauten Nachttischen und Messingapplikationen für weiches Licht. Der Fischgrät-Eichenboden zieht sich durch das ganze Zuhause und gibt ein Gefühl von Kontinuität, das alte zerstückelte Wohnungen selten haben.

Renoviertes Bad in monochromen Tönen

Das Bad war die unbestrittene Priorität. Früher - kalt, veraltet, mit farbigen Sanitärobjekten im Stil des vergangenen Jahrhunderts. Jetzt - eine monochrome Palette mit Textur-Schichten: matte Flächen, glänzende Akzente, sorgfältiges Licht. Statt zu schreien, flüstert dieses Bad. Die ganze Logik der Renovierung steckt hier im Kleinen: nicht ändern um des Änderns willen, sondern nur dort, wo es Sinn ergibt.

Die Lehre dieses Projekts reicht über die Madrider Wohnung hinaus. Sánchez beschreibt den Ansatz als „zurückbringen, aufarbeiten, reparieren und neu interpretieren“ statt Komplettersatz. In einer Zeit, die uns zum Abreißen und Neukaufen drängt, ist die Idee, dass ein Eichenboden aus den 1970ern es wert ist, bewahrt zu werden - und besser aussehen wird als jeder neue - fast rebellisch. Manchmal ist die teuerste Renovierung die, bei der am wenigsten weggeworfen wird.