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Seedcamp sammelte 320 Millionen - und mit europäischem Geld geht es nach Amerika

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Seedcamp sammelte 320 Millionen - und mit europäischem Geld geht es nach Amerika

Nach 18 Jahren Fokus auf Europa hat der Frühphaseninvestor Seedcamp 320 Millionen Dollar (rund 295 Millionen Euro) für seinen neuesten Fonds gesammelt - und mit diesem Geld geht es in die Vereinigten Staaten. Es ist der größte Fonds in der Geschichte der Firma, doppelt so viel wie die 180 Millionen Dollar, die sie 2023 sammelte.

Das Geld wird aufgeteilt: 220 Millionen Dollar gehen über Seedcamp VII in Frühphaseninvestitionen, und die übrigen 100 Millionen werden für Wachstumsinvestitionen in späteren Phasen zurückgelegt, über einen neuen Fonds namens Select. Seedcamp hat bereits Büros in New York und Miami, will nun aber sein Team in den USA ausbauen, um seine europäischen Unternehmen mit amerikanischen Kunden und Kapital zu verbinden.

„Wir müssen die Gründer mit den Brücken verbinden, die verbinden", sagte Reshma Sohoni, Mitgründerin von Seedcamp, mit Verweis darauf, dass San Francisco und das Silicon Valley erneut zum Schwerpunkt der Tech-Welt werden.

Und da ist die leise Geschichte, die Europa nicht hören will: Ein Fonds, der 18 Jahre lang europäische Startups aufbaute, trägt das Geld nun über den Atlantik, weil die größten Chancen wieder dort liegen. Wie viele europäische Gründer landen, sobald sie wachsen, in San Francisco statt in Berlin, Paris oder London? Balkan-Startups stehen am noch ferneren Ende desselben Stroms - zu Hause aufgebaut, verkauft oder nach oben verlagert. Kapital findet stets seinen Weg zur Macht, und die Macht in der Technologie spricht noch immer Englisch mit kalifornischem Akzent.