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Eine Firma verließ Indien still, und das Silicon Valley erstarrte: Beginnt die KI, das Outsourcing zu fressen

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Eine Firma verließ Indien still, und das Silicon Valley erstarrte: Beginnt die KI, das Outsourcing zu fressen

Eine amerikanische Firma hat ihre Büros in Indien still geschlossen, und das ganze Silicon Valley erstarrte. Nicht weil die Schließung groß ist - sondern weil sie für viele das erste klare Signal ist, dass die künstliche Intelligenz beginnt, das zu fressen, was Indien jahrzehntelang Arbeit und Geld brachte.

Die Firma Opendoor, eine Online-Plattform für den Hauskauf aus San Francisco, stellt ihre Tätigkeit in Indien ein - weniger als zwei Jahre nach der Eröffnung. Geschäftsführer Kaz Nejatian kündigte eine Rückverlagerung der Arbeit in die USA an, näher an die Kunden, und einen Wechsel zu kleineren, „mit KI geborenen“ Teams. Die Firma hatte 250 Mitarbeiter in Indien, als sie 2024 Büros in Chennai und Bengaluru eröffnete.

Warum so viel Aufhebens um eine Firma in Schwierigkeiten? Weil das, worum es geht, weit größer ist als Opendoor. Indien ist längst mehr als ein Ziel für billige Büroarbeit - es ist der weltgrößte Markt für die sogenannten Global Capability Centers, mit über 2.100 Zentren, rund 2,36 Millionen Beschäftigten und fast 100 Milliarden Dollar Jahresumsatz. Wenn jemand in diesem System hustet, hört der ganze Subkontinent zu.

Dennoch ist Nüchternheit angebracht. Opendoor schrumpft seit Jahren - Ende vergangenen Jahres hatte es 1.042 Mitarbeiter weltweit gegenüber 1.470 zuvor. Die Schließung in Indien kann ebenso eine Geschichte über KI sein wie eine über die eigenen Nöte der Firma auf einem schwierigen Immobilienmarkt. Nicht jede Entlassung ist eine Revolution; manchmal ist es nur ein schlechtes Jahr.

Doch die Sprache der Investoren zeigt, wohin die Angst geht. „Während Handarbeit durch KI ersetzt wird, werden in Indien viele Arbeitsplätze verloren gehen“, schrieb Sheel Mohnot vom Fonds Better Tomorrow Ventures. Ein anderer Risikoinvestor nannte den Schritt einen „Wendepunkt“ für KI-geführte Betriebe.

Phil Fersht, Chef der Analystenfirma HFS Research, legte den Finger auf die richtige Stelle: Das ist keine Geschichte über Arbeitsplätze, die von Indien nach Amerika ziehen. „Der wichtigere Bruch ist, dass die KI die Menge an operativer Arbeit verringert, die Unternehmen überhaupt brauchen“, sagt er und beschreibt ein Modell, in dem Firmen schlanker arbeiten, egal wo sie sind. „Das ist keine isolierte Umstrukturierung. Es ist Teil eines viel breiteren Musters.“

Für den Balkan ist das keine ferne Nachricht. Dasselbe Modell billiger digitaler Arbeit für ausländische Firmen - Outsourcing, Callcenter, IT-Dienste - ist eine der wenigen Branchen, die in den letzten Jahren bei uns und in der Region Arbeitsplätze schuf. Wenn die künstliche Intelligenz diese Wirtschaft tatsächlich neu zeichnet, bleibt die Frage „Was kommt nach dem Outsourcing?“ nicht nur indisch.