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Selenskyj räumt ein Defizit von 27 Milliarden Dollar ein: das Geld für den Herbst wurde im Frühjahr ausgegeben

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Selenskyj räumt ein Defizit von 27 Milliarden Dollar ein: das Geld für den Herbst wurde im Frühjahr ausgegeben

Wolodymyr Selenskyj hat eine Zahl genannt, die bisher niemand aus Kyjiw so direkt ausgesprochen hat: ein Defizit von 27 Milliarden Dollar im Haushalt des Verteidigungsministeriums. Keine Analystenschätzung, keine russische Propaganda - es ist das Eingeständnis des ukrainischen Präsidenten selbst, und genau deshalb wiegt es schwer.

Die Erklärung ist noch interessanter als die Zahl. „Wir haben derzeit ein Defizit von 27 Milliarden Dollar im Haushalt des Verteidigungsministeriums. Zu Jahresbeginn wurden im Ministerium Entscheidungen getroffen, die Mittel der zweiten Jahreshälfte in der ersten einzusetzen, was in die Drohnenproduktion und andere Bedarfe floss“, sagte Selenskyj. Mit anderen Worten: Das für den Herbst vorgesehene Geld wurde im Frühjahr ausgegeben.

Wofür dieses Geld ausgegeben wurde

Für die Kampagne zur Isolierung der Krim. Seit Anfang Juli wurden über 100 Energieobjekte und Umspannwerke getroffen, Ziel sind auch Versorgungsrouten und Seeverkehr. Die Logik ist klar: die Halbinsel von allem abschneiden, was sie hält. Die Logik ist auch teuer, denn eine solche Operation führt man nicht mit Vorräten - man führt sie mit ununterbrochener Drohnenproduktion, jeden Tag, ohne Pause.

Der frühere russische Funktionär Alfred Koch hat genau darauf hingewiesen - die Intensität hält nur, solange die Produktionslinie nicht stillsteht. Für den Beginn von Operationen im Jahr 2027 sind nach diesen Berechnungen sofort rund 8 bis 10 Milliarden Dollar nötig.

Wo die europäischen Zusagen stehenblieben

Koch stellte auch fest, dass europäische Länder ihre Finanzierung nicht über das ursprünglich Vereinbarte hinaus erhöht haben. Das ist der Satz, den man unterstreichen sollte. Nicht dass sie abgelehnt hätten - sie sind schlicht bei der früheren Zahl geblieben, während die Kosten des Krieges weit nach oben gingen.

Der eigentliche Test kommt derselben Analyse zufolge im September und Oktober, wenn der Mittelmangel sichtbar wird. Das ist eine Sache von Wochen, nicht von einem fernen Jahr.

Wenn ein Staat im Voraus ausgibt, um seinen Vorteil im Feld zu halten, wettet er faktisch darauf, dass die Unterstützung rechtzeitig eintrifft. Selenskyj hat diese Wette öffentlich eingeräumt. Die Frage lautet jetzt nicht, ob die Ukraine kämpfen kann, sondern wie lange sie sich das leisten kann.