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Eine Drohne entkam einem Flugzeug über Odessa: eine Luftjagd, wie dieser Krieg sie noch nicht gesehen hat

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Eine Drohne entkam einem Flugzeug über Odessa: eine Luftjagd, wie dieser Krieg sie noch nicht gesehen hat

Über dem Gebiet Odessa spielte sich eine Luftjagd ab, wie man sie 2026 nicht erwartet. Ein ukrainisches Schulflugzeug versuchte, eine russische Drohne abzufangen - und die Drohne begann, statt wie üblich geradeaus auf ihr Ziel zuzufliegen, abrupt abzudrehen und zu manövrieren, bis sie entkommen war. Das Video veröffentlichten russische Quellen, die behaupten, die ukrainische Besatzung habe sie am Ende nicht abschießen können.

Das Flugzeug ist eine Jak-52: ein zweisitziges Kolbenmotorflugzeug, gebaut, um Piloten das Fliegen beizubringen. In diesem Krieg hat es eine völlig neue Aufgabe bekommen. Die ukrainischen Streitkräfte nutzen diese alten sowjetischen Trainer schon länger als billige Plattform für die Jagd auf relativ langsame Drohnen, besonders abseits der unmittelbaren Frontlinie.

Luftduelle wie aus dem vorigen Jahrhundert

In den vergangenen Monaten tauchten Aufnahmen auf, in denen ein Besatzungsmitglied vom Rücksitz einer Jak-52 aus mit leichter Infanteriewaffe russische Drohnen aus nächster Nähe beschießt. Im Juli wurden gerade aus dem Gebiet Odessa Videos veröffentlicht, in denen ukrainische Besatzungen mit dieser Methode russische Drohnen abschießen.

Auf den ersten Blick erinnert das eher an Luftduelle der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts als an moderne Kriegführung. Doch es geht nicht um Nostalgie, sondern um Rechnen: Für jede einzelne langsamere Drohne ein teures Kampfflugzeug und eine Flugabwehrrakete einzusetzen, kostet weit mehr als ein altes Schulflugzeug und einen Mann mit Gewehr. Wenn der Gegner mit einer Masse billiger Fluggeräte angreift, ist das größte Problem nicht, ob man sie abschießen kann - sondern zu welchem Preis.

Diesmal wehrte sich das Ziel

Genau das macht diese Aufnahme anders. Der Drohnenoperator reagierte offenbar auf das Auftauchen des ukrainischen Flugzeugs und begann, abrupte Kurven zu fliegen, um den Anflug der Jak-52 zu stören und der Besatzung eine günstige Angriffsposition zu verwehren. Statt eines klassischen Abfangens eines langsamen Ziels auf vorgegebener Linie entwickelte sich am Himmel praktisch eine Verfolgungsjagd zwischen einem bemannten Flugzeug und einem unbemannten.

Russischen Quellen zufolge handelt es sich um eine „Gerbera-2“ - eine vergrößerte und veränderte Version aus der Drohnenfamilie „Gerbera“.

Vom Köder zur echten Bedrohung

Die „Gerbera“ taucht in russischen Angriffen seit 2024 auf. Die ersten Versionen waren deutlich billiger als die „Geran-2“ und wurden oft als Scheinziele eingesetzt, um die ukrainische Flugabwehr zu überlasten - Fluggeräte, deren einzige Aufgabe darin bestand, dass jemand eine Rakete an sie verschwendet. Es gibt auch Aufklärungs- und Angriffsvarianten.

Im Laufe des Jahres 2026 erschien die größere Version. Verfügbaren Daten zufolge hat sie einen stärkeren Motor, einen größeren Tank und eine veränderte Konstruktion; zudem gibt es Angaben über einen deutlich größeren Gefechtskopf als beim ursprünglichen Modell. Der ukrainische Militärnachrichtendienst geht davon aus, dass Russland die Produktion der gesamten Familie beschleunigt hochfährt.

Der Köder ist also gewachsen, hat einen größeren Motor bekommen und gelernt zu fliehen. Das ist die Kurzgeschichte dieses Krieges in einem einzigen Gegenstand.

Deshalb werden Szenen wie jene über dem Gebiet Odessa wohl häufiger werden: Die eine Seite versucht, mit billigen Flugzeugen eine riesige Masse an Drohnen zu stoppen, während die andere immer schnellere Fluggeräte einführt, die am Himmel immer schwerer zu fassen sind. Und das ist eine Technologie, die nicht in einem Land bleibt - die billigen Fluggeräte, die heute lernen, einem Flugzeug zu entkommen, sind morgen Standardausrüstung, und nicht nur an militärischen Fronten.