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Von Setubal nach Kap São Vicente: 140 Kilometer wilder Atlantik, an dem Touristen vorbeifahren

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Von Setubal nach Kap São Vicente: 140 Kilometer wilder Atlantik, an dem Touristen vorbeifahren

Es gibt einen Abschnitt des portugiesischen Atlantiks, den Touristen nur aus dem Flugzeug auf dem Weg nach Albufeira sehen - und genau deshalb ist er noch unberührt. Von Setubal bis Kap São Vicente erstrecken sich über 140 Kilometer Strände, weiße Dörfer und Felsen, die direkt ins Meer stürzen. Das ist nicht das Postkarten-Portugal. Das ist das wilde.

Die Reise beginnt in Setubal, nur 45 Autominuten von Lissabon entfernt. Hier mietet man ein Auto und fährt die Küste entlang, doch vorher lohnt sich ein Ausflug aufs Wasser: In der Mündung des Flusses Sado lebt eine der wenigen dauerhaften Delfinkolonien Europas. Das smaragdgrüne Wasser ist kein Photoshop - es stammt von der hohen Konzentration an Phytoplankton.

Die Halbinsel Troia bietet über 45 Kilometer Strände. An der Praia da Torre kann man durch Sand und Reisfelder voller Störche reiten. Etwas weiter unten liegt Porto Covo, ein charmantes Dorf mit weiß gekalkten Häusern, die nach dem großen Erdbeben von 1755 wieder aufgebaut wurden. Von hier beginnt der Naturpark Costa Vicentina - 110 Kilometer geschützte Küste, eine der besterhaltenen Europas.

Vila Nova de Milfontes empfängt dich mit weißen Häusern und blauen Details dort, wo der Fluss Mira ins Meer mündet. Die verlassene Insel Pessegueiro versteckte einst Karthager, Römer und Piraten und bewahrt noch immer eine Festung aus dem 17. Jahrhundert. Zambujeira do Mar hängt dramatisch über den Klippen, und bei Odeceixe beginnt die Algarve - der Ort, an dem man am selben Tag im Fluss und im Ozean schwimmen kann.

Zu den Stränden, die man sich merken sollte, gehören Morgavel, Samoqueira, Bordeira, Amado - ein Favorit der Surfer - und Almograve, bekannt für seine Sonnenuntergänge. Und das Ende der Straße ist Kap São Vicente, der westlichste Punkt des europäischen Festlands, wo die Sonne von riesigen Felsen mit altem Leuchtturm in den wilden Atlantik sinkt.

Warum blieb diese Küste so leer, während die benachbarte Algarve in Beton und Hotelanlagen versinkt? Vielleicht, weil jemand sich rechtzeitig entschied, sie zu schützen, statt sie zu verscherbeln. Eine Lektion, die der Balkan hartnäckig weiter verweigert, während er seine letzten wilden Strände in Parkplätze verwandelt.