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Sichere Stadt: von 110.000 Verstößen pro Tag auf 600, Verkehrstote um 40 Prozent gesunken - Lob und Urteil zugleich

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Sichere Stadt: von 110.000 Verstößen pro Tag auf 600, Verkehrstote um 40 Prozent gesunken - Lob und Urteil zugleich

Das System „Sichere Stadt" zeigt Zahlen, die schwer zu ignorieren sind - aber auch sie verlangen, wie jede Regierungsstatistik, eine sorgfältige Lektüre. In den ersten 24 Stunden des Testzeitraums wurden rund 110.000 Verstöße registriert; heute ist die Tageszahl auf 500 bis 600 gefallen, ein Rückgang von über 99 Prozent.

Im Zeitraum vom 2. Februar bis 22. Juni 2026 wurden 120.000 Verkehrsverstöße registriert, über 95 Prozent davon wegen Geschwindigkeitsüberschreitung. Wichtiger noch - die Zahl der Verkehrstoten sank um 40 Prozent: 33 Tote gegenüber 55 im selben Zeitraum des Vorjahres. Das System ist in Skopje, Kumanovo und Tetovo sowie auf den Korridoren 8 und 10 aktiv.

Stellt man die Zahl von 110.000 Verstößen an einem Tag den heutigen 500-600 gegenüber, ist das Bild klar: Die Fahrer fuhren, als gäbe es keine Regeln, und begannen erst aufzupassen, als die Kamera sich meldete. Das ist Lob und Urteil zugleich - Lob für die Wirkung, ein Urteil über die Verkehrskultur, die wir hatten, bevor das Auge uns erwischte.

Dennoch lohnt sich gesunde Skepsis. Weniger Tote sind eine echte Nachricht, gemessen in geretteten Leben, nicht in Stimmen. Aber „Sichere Stadt" löst nur einen Teil des Problems - den, der sich filmen lässt. Schlechte Straßen, unbeleuchtete Kreuzungen und langsame Reaktionen bleiben. Eine Kamera kann dich fürs Rasen bestrafen; sie kann dir keine sicherere Straße bauen.