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Morgens der Premier im ersten Wagen, abends ein Zug ohne Strom vor Lisiče: Der Stadtzug hat den ersten Tag hinter sich

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Morgens der Premier im ersten Wagen, abends ein Zug ohne Strom vor Lisiče: Der Stadtzug hat den ersten Tag hinter sich

Morgens - der Premierminister, der Vizepremier und der Bürgermeister von Skopje im ersten Wagen, eine symbolische Fahrt von Zelenikovo zum Hauptbahnhof, dazu die Erklärung, Skopje verwandle sich in eine Metropole. Abends um 20:12 Uhr - ein Zug ohne Strom vor der Station Lisiče, rund eine halbe Stunde auf der Strecke blockiert, Fahrgäste, die weder vor noch zurück konnten.

Nicht in der Woche darauf. Am selben Tag.

Was versprochen war

Die erste Phase des Projekts „Stadtzug“ verbindet die Randsiedlungen und Gemeinden mit dem Zentrum von Skopje - eine Linie, die es dreißig Jahre lang nicht gab. Der Fahrplan sieht je neun Abfahrten aus Zelenikovo und vom Transportzentrum vor, die Fahrt dauert 24 bis 28 Minuten, das Ticket kostet 40 Denar, die Rückfahrkarte 70.

Die Zahlen dahinter sind keine Kosmetik. Zwischen Zelenikovo und Skopje lagen Schwellen aus den Jahren 1959-1963, der Zustand der Strecke war ruinös, die alten Züge fuhren 20-40 Stundenkilometer; nach der Sanierung erreichen die neuen 80-100. Für Bewohner, die bisher mehr als eine Stunde im Stadtbus saßen, ist der Unterschied real.

Was am Abend geschah

Der Zug, der um 20:12 Uhr von Zelenikovo Richtung Skopje aufbrach, blieb vor der Station Lisiče ohne Strom. Grund war laut offiziellen Angaben eine Unterbrechung der Stromversorgung. Der Zug konnte weder weiterfahren noch zurücksetzen, und die Fahrgäste konnten nicht aussteigen, weil er sich auf unzugänglichem Gelände weit entfernt von den Stationen befand. Statt der geplanten 25 Minuten dauerte die Fahrt 40.

Eine halbe Stunde auf der Strecke zu stehen ist eine erträgliche Unannehmlichkeit. Interessanter ist, dass es an genau dem Tag geschah, an dem die Staatsspitze die Linie präsentierte - das System wurde also unter den mildesten denkbaren Bedingungen getestet: erster Tag, maximale Aufmerksamkeit, alles Prüfbare geprüft - und gab dennoch bei der Stromversorgung nach.

Die beiden anderen Linien existieren nur auf dem Papier

Der Direktor der „Mazedonischen Eisenbahnen - Infrastruktur“, Siniša Ivanovski, teilte mit, für die verbleibenden zwei Linien werde parallel die Projektdokumentation erstellt. Die zweite soll von Volkovo über Ǵorče Petrov und Skopje Nord zum Hauptbahnhof führen, auf 18 Kilometern. Die dritte soll Miladinovci, Ilinden und Madžari mit demselben Bahnhof verbinden, auf 20 Kilometern.

Die Bedingung ist eindeutig: sofern die Regierung die Mittel bewilligt. Der Termin ist Ende 2027 oder Anfang 2028. Anders gesagt: Zwei der drei Stadtzuglinien sind vorerst Projektdokumentation, die auf ein Budget wartet.

Elf Bahnübergänge

Ivanovski verwies auch auf etwas, das kein Versprechen ist, sondern eine Warnung: Auf der Achse vom Zentrum bis Zelenikovo gibt es elf Bahnübergänge, und er bat die Anwohner um äußerste Vorsicht beim Überqueren.

Elf Stellen, an denen sich Bahn und Straße auf gleicher Höhe kreuzen, auf einer Linie, auf der jetzt ein Zug mit 80-100 statt 20-40 Stundenkilometern verkehrt. Das ist kein Detail für das Ende einer Mitteilung. Das ist der Punkt, an dem die neue Geschwindigkeit auf die alte Anlage trifft.

Der Stadtzug ist eine gute Sache und hätte viel früher kommen müssen. Genau deshalb lautet die Frage nicht, ob er gut ist, sondern ob er instand gehalten wird - oder ob er das Schicksal der Strecke wiederholt, auf der er fährt und die ihre letzte vollständige Sanierung erlebte, als Schwellen noch von Hand verlegt wurden.