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TikTok zahlt 400 Millionen Dollar für die Kinderprofile, die es sieben Jahre lang nicht finden konnte: Im Vergleich steht kein Schuldeingeständnis

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TikTok zahlt 400 Millionen Dollar für die Kinderprofile, die es sieben Jahre lang nicht finden konnte: Im Vergleich steht kein Schuldeingeständnis

Vierhundert Millionen Dollar (rund 345 Millionen Euro) ist der Preis, den TikTok und die Muttergesellschaft ByteDance zahlten, um die Klage des US-Justizministeriums beizulegen. Der Vorwurf: Sie ließen jahrelang Kinder unter 13 Jahren auf die Plattform und sammelten deren persönliche Daten, ohne dass die Eltern überhaupt davon wussten.

Der Vergleich verlangt kein Schuldeingeständnis. Das ist der Schlüsselsatz der ganzen Geschichte und man sollte ihn zweimal lesen. Die Firma zahlt, ändert ein paar Einstellungen, und juristisch betrachtet - ist nichts passiert.

Die Klage begann 2024, auf Grundlage des US-Gesetzes zum Schutz der Privatsphäre von Kindern im Internet. Laut Anklage wusste TikTok, dass Kinder auf der Plattform waren, und hielt sie jahrelang dort. Schlimmer noch: Die Daten dieser Kinder landeten im System für zielgerichtete Werbung, während Mitarbeiter im Unternehmen bereits Alarm geschlagen hatten, dass etwas nicht stimmt.

Doch das ist nicht das erste Mal. 2019 zahlte dieselbe Firma 5,7 Millionen Dollar für denselben Verstoß, damals über den Vorgänger Musical.ly, und versprach zu verhindern, dass unter 13-Jährige Profile anlegen. Sieben Jahre später ist die Rechnung siebzigmal höher. Die Frage, die sich aufdrängt: Funktioniert die Strafe überhaupt als Strafe, oder ist sie bloß ein Kostenposten im Budget?

Die Anklage geht noch einen Schritt weiter - sie behauptet, die Firma habe die Registrierungsregeln so verändert, dass die Altersfeststellung erschwert wurde. Mit anderen Worten: Das System versagte nicht zufällig.

Das Timing ist fast komisch. Nur wenige Tage vor dem Vergleich erschien ein Bericht, wonach TikTok bei rund 10 Prozent der US-Nutzer den algorithmischen Schutz absichtlich abschaltete - als Experiment. Dieser Schutz existierte, um schädliche Inhalte zu begrenzen, die beim Nutzer landen. Zwei US-Senatoren, eine Republikanerin und ein Demokrat, schickten einen Brief an Chef Shou Chew und forderten eine Erklärung. Wenn sich Washington über Parteigrenzen hinweg einigt, ist die Sache meist wirklich schlecht.

In Europa ist die Regulierung zum Schutz von Minderjährigendaten auf dem Papier strenger als die amerikanische. Die Frage ist, wie viel davon auf dem Bildschirm eines Kindes in Skopje ankommt, das dieselbe App mit demselben Algorithmus dahinter öffnet.