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Drei Millionen Teslas werden in China zurückgerufen wegen eines Griffs, den niemand findet: Die Lösung ist ein Aufkleber

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Drei Millionen Teslas werden in China zurückgerufen wegen eines Griffs, den niemand findet: Die Lösung ist ein Aufkleber

Fast drei Millionen Fahrzeuge ruft Tesla in China zurück. Nicht wegen des Motors, nicht wegen der Batterie, nicht wegen der Software, die selbst fährt. Wegen des Türgriffs - genauer: weil Insassen den manuellen nicht finden, wenn der Strom ausfällt.

Und es ist nicht nur Tesla. Elf Hersteller in China kündigen gleichzeitig Rückrufe wegen desselben Problems an, darunter Xiaomi, Xpeng und Geelys Marken Zeekr und Lynk & Co. Neun von ihnen, Tesla eingeschlossen, werden Aufkleber im Fahrzeuginneren anbringen, um den Leuten zu zeigen, wo der Notgriff ist. Alle elf spielen zusätzlich ein Software-Update auf.

Halten Sie kurz bei dieser Lösung inne. Drei Millionen Autos werden zurückgerufen, um einen Aufkleber zu bekommen. Das ist das Eingeständnis, dass das Design so unklar ist, dass es eine Anleitung braucht, geklebt genau dorthin, wo ein Mensch in dem Moment sucht, in dem das Auto brennt.

Wie kamen wir hierher? Elektronische Schlösser führte ausgerechnet Tesla ein, und die anderen kopierten es schnell. Man entriegelt per Telefon, tippt eine Karte an, der Griff liegt bündig mit der Tür und das Auto wirkt wie eine Skulptur. Doch die Elektronik fällt beim Aufprall aus. Deshalb verbaut jeder Hersteller auch einen manuellen Griff - und genau der ist hinter einer Blende, unter dem Teppich oder an einem Ort versteckt, den in Panik kein normaler Mensch errät.

China zögert nicht. Nach zweijähriger Analyse kündigte es im Februar an, ab 2027 versteckte elektronische Außengriffe zu verbieten. In den USA eröffnete die oberste Fahrzeugsicherheitsbehörde erst dann eine Untersuchung zu Teslas System, nachdem Journalisten das Problem an die Oberfläche gebracht hatten, und ein Abgeordneter schlug ein Gesetz vor, das verlangt, Griffe müssten „intuitiv zu bedienen und für den Insassen leicht erreichbar” sein. Ein Satz, der ins Gesetz geschrieben werden musste - weil die Industrie von allein nicht darauf kam.

Tesla steht nicht allein. Käufer und Mitarbeiter von Rivian beklagten sich im vergangenen Jahr, der manuelle Griff im Modell R1 erfordere das Entfernen einer Blende und das Ziehen eines Kabels; die Firma verlegte ihn danach beim günstigeren R2 an eine zugänglichere Stelle. 2025 stoppte Ford kurzzeitig den Verkauf des Mustang Mach-E und rief Fahrzeuge wegen derselben Art von Mangel zurück.

Tesla sagt, man arbeite an einem Redesign der Griffe. Das Problem ist also anerkannt. Es bleibt nur die Frage, die kein Hersteller laut beantwortet: Wie viele Jahre fuhren diese Autos herum, bevor jemand ausrechnete, was passiert, wenn die Tür sich nicht öffnen will?