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Hegseth veröffentlichte ein Bild eines eingestürzten Turms in Tschabahar: Der Krieg trifft längst nicht mehr nur Soldaten

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Hegseth veröffentlichte ein Bild eines eingestürzten Turms in Tschabahar: Der Krieg trifft längst nicht mehr nur Soldaten

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth veröffentlichte ein Foto eines eingestürzten Turms im iranischen Hafen Tschabahar. Ohne viel Erklärung, ohne Kontext, ohne den Ort überhaupt zu nennen - nur das Bild eines fallenden Bauwerks. Den Ort bestätigten Agenturberichte, und iranische Staatsmedien bestätigten, dass es die dritte Angriffswelle auf denselben Hafen war.

Teheran erklärt, das zerstörte Gebäude habe der Überwachung des kommerziellen Seeverkehrs gedient. Die amerikanische Seite widerspricht - bekannt ist, dass die iranischen Revolutionsgarden in Häfen im ganzen Land tätig sind. Wer hat recht? Eine Frage, deren Antwort wie üblich davon abhängt, wer die Kamera hält.

Warum Tschabahar und warum ausgerechnet jetzt

Tschabahar ist nicht irgendein Hafen. Es ist Irans einziger direkter Zugang zum Indischen Ozean außerhalb der Straße von Hormus - also die einzige Route, die nicht von dem engsten und angespanntesten Nadelöhr des Welthandels abhängt. Er ist zugleich ein Schlüsselpunkt des internationalen Korridors INSTC, der Indien mit Iran, Russland und Europa verbindet. Für Indien ein geopolitischer Trumpf: Zugang nach Afghanistan und Zentralasien, ohne durch Pakistan zu müssen. Und natürlich ein Gegengewicht zum chinesischen Ausbau des nahen Hafens Gwadar.

Wenn man das alles weiß, bekommt das Bild des eingestürzten Turms ein anderes Gewicht. Das ist kein Schlag gegen eine Kaserne. Das ist ein Schlag gegen die Logistik - gegen die Brücke zwischen Asien und Europa. Der Krieg ist von militärischen Zielen zur Infrastruktur gewandert, die den Handel funktionieren lässt.

Die sechste Nacht in Folge

Irans Antwort kam am Morgen - eine neue Angriffswelle auf amerikanische Militäranlagen im Persischen Golf, nachdem US-Streitkräfte die sechste Nacht in Folge militärische Ziele im Iran beschossen hatten. Damit ist die Waffenruhe des Vormonats offiziell tot. Das US-Zentralkommando teilte mit, Kampfjets, Drohnen und Kriegsschiffe hätten Dutzende iranische Militärziele getroffen - Küstenüberwachung, Luftabwehr, Militärlogistik und Marinekapazitäten. Die Ziele lagen auf der Insel Ghesm und nahe Bandar Abbas, wo sich Irans größter Handelshafen und Marineanlagen befinden.

Iran erwiderte mit Raketen und Drohnen auf amerikanische Stützpunkte in Nachbarstaaten. Unter den Zielen war ein Luftwaffenstützpunkt in Jordanien; das iranische Militär erklärte, es habe amerikanische Ziele in Bahrain und Kuwait beschossen. In Doha, der Hauptstadt Katars, meldeten Zeugen Explosionsgeräusche. Katars Innenministerium bestätigte, dass ein Kind durch einen Splitter verletzt wurde.

Ein Kind in Doha

Ein Kind in Doha. Weder amerikanisch noch iranisch - katarisch. Ein Kind ohne jede Verbindung zu Hormus, zu Tschabahar oder dazu, wer wen von welchem Hafen aus überwachte. Iranische Medien melden zudem, fünf Brücken, der Bahnhof Bandar Hamir und der Flughafen Iranschahr seien getroffen worden. Brücken und Bahnhöfe schießen nicht zurück.

Der Balkan kennt diese Szene auswendig: Wenn die Großen anfangen, sich Botschaften über Infrastruktur zu schicken, landet die Botschaft immer bei jemandem, der nie danach gefragt hat. Die Frage ist nicht, wer den nächsten Turm einreißt. Die Frage ist, wer überhaupt noch zählt, wie viele Türme übrig sind - und ob am Ende jemand für das Kind in Doha geradesteht.