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USA und Iran brennen wieder bei Hormus: Der Waffenstillstand hielt eine Woche, und die Rechnung zahlt jeder Autofahrer auf dem Balkan

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USA und Iran brennen wieder bei Hormus: Der Waffenstillstand hielt eine Woche, und die Rechnung zahlt jeder Autofahrer auf dem Balkan

Der Waffenstillstand hielt so lange, wie alle Waffenstillstände im Nahen Osten halten - bis jemand einen neuen Vorwand brauchte. Diese Woche trafen die USA rund 140 iranische Militärziele in einer dritten Angriffswelle, vor allem entlang der iranischen Küste der Straße von Hormus. Der Anlass, so Washington: Iran habe drei Handelsschiffe angegriffen, die die Straße durchquerten, und damit die Waffenruhe gebrochen. Teherans Antwort ließ nicht auf sich warten.

Iran konterte mit einem Schwarm Drohnen auf amerikanische Basen am Golf. Nach Angaben der iranischen Armee waren die Ziele das Patriot-System in Kuwait, ein Frühwarnsystem in Katar und Treibstofflager in Bahrain. Sirenen, Explosionen, Luftabwehr die ganze Nacht - eine Szene, die die Welt schon vor einigen Monaten sah und die sich nun wiederholt, als hätte niemand etwas gelernt. In der Nacht zuvor hatten die Amerikaner bereits rund 80 weitere Ziele getroffen, darunter über 60 Schiffe der iranischen Revolutionsgarde.

Der politische Kontext macht die Geschichte gefährlicher. Donald Trump erklärte auf dem NATO-Gipfel in Ankara, der Deal mit dem Iran sei „beendet" und weitere Verhandlungen seien „Zeitverschwendung". Wenn der Mann, der die Verhandlungen führte, selbst sagt, es habe keinen Sinn mehr zu reden, ist das kein diplomatischer Ausrutscher - es ist eine Ankündigung. Die monatelang als Erfolg beworbenen Friedensgespräche zerfielen in einer Woche.

Und warum betrifft uns das? Weil durch die Straße von Hormus etwa ein Fünftel des Weltöls fließt. Jedes Mal, wenn es dort donnert, wackelt der Spritpreis - und Sprit kennt keine Grenzen. Der Balkan schickt keine Soldaten dorthin, aber er zahlt jeden Liter an der Zapfsäule, wenn der Golf brennt. Wir stehen am Ende einer Kette, die mit einer Rakete über einer Meerenge Tausende Kilometer entfernt beginnt und mit einer Rechnung endet, die ein gewöhnlicher Autofahrer in Skopje zahlt.

Es gibt auch eine tragische Randnotiz abseits der Front - der frühere katarische Emir Scheich Hamad bin Chalifa Al Thani ist gestorben, doch sein Tod steht laut Quellen in keinem Zusammenhang mit dem laufenden Konflikt. In einer Zeit, in der alles zu einer Nachricht vermischt wird, lohnt es sich zu trennen, was zusammenhängt und was nicht. Die offene Frage ist nicht, ob es eine weitere Angriffswelle geben wird - das ist fast sicher. Die Frage ist, wer als Erster wagt, sie zu stoppen, wenn beide Seiten handeln, als hätten sie nichts zu verlieren.