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Trump drohte, Irans Brücken und Kraftwerke zu zerstören - vierter Kriegstag am Hormus

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Trump drohte, Irans Brücken und Kraftwerke zu zerstören - vierter Kriegstag am Hormus

Am vierten Tag in Folge tauschen die USA und Iran Schläge aus, und die Welt hat erneut jenen schmalen Wasserstreifen im Blick, durch den ein Teil des Weltöls fließt - die Straße von Hormus. Diesmal kamen die Drohungen direkt aus dem Weißen Haus, und sie waren nicht diplomatisch.

„Wir werden all ihre Kraftwerke zerstören. Wir werden all ihre Brücken zerstören, wenn sie sich nicht an den Verhandlungstisch setzen", sagte US-Präsident Donald Trump in einem Interview für das amerikanische Fernsehen. Kraftwerke und Brücken - das sind keine Militärbasen, das ist Infrastruktur, von der gewöhnliche Menschen für Strom, Wasser und Fortbewegung abhängen.

Und das ist keine Kleinigkeit. Nach den Genfer Konventionen von 1949 werden vorsätzliche Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur als Kriegsverbrechen behandelt. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte hatte solche Drohungen bereits zuvor verurteilt. Wenn ein Präsident öffentlich den Abriss eines ganzen Netzes von Brücken und Kraftwerken verspricht, ist das kein Bluff, der unbemerkt bleibt.

Trump drohte zunächst, einen Zusatzaufschlag von 20 Prozent auf jede Fracht zu erheben, die durch die Meerenge fährt, zog sich dann zurück und bot den Golfstaaten „gewaltige" Handels- und Investitionsverträge an. Zugleich verhängte seine Regierung erneut eine Seeblockade der iranischen Häfen. Eine Taktik, die jedem vertraut ist, der Politik verfolgt - mit der einen Hand schlagen, mit der anderen anbieten.

Die iranische Revolutionsgarde bestätigte, zwei Tanker der Vereinigten Arabischen Emirate angegriffen zu haben. Ein Besatzungsmitglied aus Indien kam ums Leben, acht weitere wurden verletzt. Laut der Garde ignorierten die Schiffe die Warnung und schalteten ihre Navigationssysteme ab, während sie versuchten, eine verminte Route zu passieren.

Die Folge ist auf den Märkten sofort sichtbar: Der Ölpreis sprang hoch, und der kommerzielle Verkehr durch Hormus kam fast völlig zum Erliegen. Das US-Zentralkommando teilte mit, es habe neue Angriffswellen auf iranische Militärkapazitäten geflogen.

Und warum betrifft uns das? Weil, wenn das Öl auf globaler Ebene teurer wird, die Rechnung nicht bei Hormus haltmacht - sie reist zu jeder Zapfsäule, zu jeder Lieferung, zu jedem Preis im Laden. Ein Krieg tausende Kilometer vom Balkan entfernt, und doch spürt man die Wirkung an der nächsten Tankstelle. Glauben wir wirklich, dass dieser Konflikt nicht unsere Taschen erreichen wird?