Skip to content

Iran schlug US-Basen in drei Ländern: was es wirklich traf und was nur eine Behauptung blieb

1 Min. Lesezeit
Teilen
Iran schlug US-Basen in drei Ländern: was es wirklich traf und was nur eine Behauptung blieb

Am Montagmorgen führte der Iran eine Welle von Raketenangriffen auf US-Militärbasen in Jordanien, Bahrain und Kuwait durch - die jüngste Eskalation, die das fragile Waffenstillstandsabkommen zwischen Washington und Teheran zerstört. Doch zwischen dem, was der Iran behauptet, und dem, was tatsächlich geschah, klafft eine große Lücke, die man nüchtern betrachten sollte.

Die iranische Revolutionsgarde rühmte sich, Treibstoff- und Munitionslager der Luftwaffenbasis „Prinz Hassan“ in Jordanien, Drohnenkommandozentren in Bahrain und Luftabwehrsysteme in Kuwait zerstört zu haben. Nach ihren Mitteilungen klingt es, als läge Amerika am Boden.

Die Realität vor Ort ist eine andere. Laut unabhängigen Quellen wurden die vier Raketen, die in den jordanischen Luftraum eindrangen, abgefangen und abgeschossen - ohne Verletzte und ohne gemeldeten Sachschaden. In Bahrain heulten die Luftschutzsirenen, die Bewohner wurden aufgefordert, Schutz zu suchen, aber bestätigten Schaden an US-Einrichtungen gibt es bislang nicht. Mit anderen Worten, die Behauptungen von einer „zerstörten Armee“ bleiben genau das - Behauptungen einer Seite.

Das ist ein Muster, das jeder erkennt, der Kriege verfolgt: Jede Seite bläht ihre Erfolge auf und minimiert ihre Verluste. Deshalb ist die erste Regel beim Lesen militärischer Mitteilungen zu fragen - wer sagt das, und was hat er davon, dass es lauter klingt, als es ist?

Der weitere Kontext ist besorgniserregend. Der Krieg brach Ende Februar mit amerikanisch-israelischen Angriffen aus, bei denen der iranische oberste Führer getötet wurde, und wird seither mit Unterbrechungen und immer wieder scheiternden Waffenstillstandsversuchen geführt. Vor dieser iranischen Antwort führten die US-Streitkräfte eine weitere Angriffswelle auf den Iran durch - Dutzende Ziele, darunter Luftabwehrsysteme, Küstenradare und Kapazitäten für Raketen und Drohnen.

Für den Balkan ist das keine so ferne Nachricht, wie es scheint. Jede Eskalation im Nahen Osten trifft die Öl- und Gaspreise - und das bedeutet unsere Rechnungen für Kraftstoff und Strom. Ein Krieg, der Tausende Kilometer entfernt geführt wird, findet dennoch den Weg in unsere Taschen. Die Frage ist, ob überhaupt jemand will, dass dieser Krieg endet, oder ob alle nur darauf warten, dass die andere Seite zuerst nachgibt.