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Japanische Firma sammelt 16 Millionen für Raketentriebwerke aus Plastik und Gummi: Hinter den Investoren steht die staatliche Raumfahrtagentur

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Japanische Firma sammelt 16 Millionen für Raketentriebwerke aus Plastik und Gummi: Hinter den Investoren steht die staatliche Raumfahrtagentur

Japan pumpt Milliarden in seine Raumfahrtindustrie und lockert zugleich die Beschränkungen für Rüstungsexporte. Beides hängt nicht zufällig zusammen - und eine kleine Firma aus Sapporo positioniert sich gerade jetzt genau dort, wo beides zusammenläuft.

Letara, ein Start-up aus der Universität Hokkaido, hat 2,6 Milliarden Yen eingesammelt, rund 16 Millionen Dollar (14,7 Millionen Euro). Bisher arbeitete das Unternehmen an Hybridtriebwerken für Kleinsatelliten. Mit dem neuen Geld sieht der Plan anders aus: große Raketensysteme für Raumfahrt-, Verteidigungs- und Sicherheitszwecke.

„Mit dieser Runde gehen wir über den Nachweis hinaus, dass das Triebwerk im All funktioniert“, sagt Shota Hirai, Co-Geschäftsführer der Firma. „Wir wollen ein deutlich breiteres Anwendungsspektrum erschließen, sowohl im Raumfahrt- als auch im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich.“

Die Runde führten Headline Asia, JIC Venture Growth Investment und Incubate Fund an. Unter den Investoren finden sich auch strategische Namen - Toyoda Gosei, ein Zulieferer aus dem Toyota-Konzern, und Frontier Innovations, ein Fonds, hinter dem die japanische Raumfahrtagentur JAXA steht. Wenn eine staatliche Raumfahrtagentur bei einer privaten Raketenfirma einsteigt, die offen über den Verteidigungsmarkt spricht, ist das keine Finanzinvestition, sondern Industriepolitik.

Warum ein Hybridtriebwerk und kein klassisches

Letaras Technik hält den Festtreibstoff getrennt vom flüssigen Oxidator, den die Verbrennung braucht. Statt teurem Paraffinwachs kommen billige und leicht verfügbare Materialien zum Einsatz - Plastik und Gummi. Das Unternehmen hat ein eigenes Fertigungsverfahren, das diese Stoffe mischt, formt und presst, damit sie zuverlässig zünden und gleichmäßig abbrennen.

Die Probleme, die Hybridtriebwerke historisch nicht lösen konnten, sind drei: ausreichender Schub, gleichbleibende Leistung und Verbrennungssteuerung. Letara behauptet, alle drei zu lösen. Ob das wirklich stimmt, zeigt der nächste Test - eine Zündung im Orbit mit einem ausländischen Partner, die das Unternehmen als Schlüsselschritt zur Kommerzialisierung betrachtet.

Der Markt hinter alldem soll von 848 Millionen Dollar im Jahr 2024 auf 2,6 Milliarden Dollar bis 2032 wachsen. Ein Plus von rund 15 Prozent pro Jahr. Eine Zahl, die Kapital anzieht - und erklärt, warum Letara auf dem Feld nicht allein ist.

Die Konkurrenz ist lang und international: das japanische Interstellar Technologies, das chinesische Galactic Energy, das südkoreanische InnoSpace, das singapurische Equatorial Space. Aus Europa das deutsche Start-up HyImpulse. Aus Australien Gilmour Space. Alle arbeiten an derselben Technik, alle schauen auf dasselbe wachsende Budget.

Was aus balkanischer Perspektive auffällt, ist nicht die Rakete, sondern die Struktur dahinter. Die Idee entstand 2020 in einem Universitätslabor, löste sich als Firma von der Hochschule, bekam einen staatlichen Fonds als Investor und hat heute Aufträge von Privatfirmen und von der japanischen Regierung - die übrigens nicht mitteilte, wie viel diese Verträge wert sind.

Das ist eine Kette von der Hochschule bis zum Staatsauftrag, die fünf Jahre dauert. Wie viele solcher Ketten gibt es in dieser Region - und was fehlt, damit es sie gibt?