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Vučić auf einem Gipfel in der Ukraine, während von der Leyen ihren Belgrad-Besuch absagt: Handel mit der Ukraine um 42 Prozent gestiegen

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Vučić auf einem Gipfel in der Ukraine, während von der Leyen ihren Belgrad-Besuch absagt: Handel mit der Ukraine um 42 Prozent gestiegen

Serbiens Präsident Aleksandar Vučić sprach aus der Ukraine, wo er am Treffen der Karpaten-Initiative teilnahm. Das Bild lohnt einen zweiten Blick: Ein Mann, dem Brüssel regelmäßig vorwirft, keine Sanktionen gegen Russland zu verhängen, sitzt auf einem Gipfel in der Ukraine und spricht mit dem polnischen Ministerpräsidenten und dem rumänischen Präsidenten.

Die Zahlen, die er anbietet

Vučić teilte mit, der Handel mit der Ukraine sei um 42 Prozent gewachsen, überwiegend mit Konsumgütern. Er betonte zudem, am Gipfel hätten Vertreter von Staaten mit insgesamt rund 120 Millionen Einwohnern teilgenommen, wobei allein die Ukraine, Rumänien und Polen etwa 90 Millionen stellen. Anwesend war auch die serbische Entwicklungsagentur, die Investoren präsentieren sollte, was das Land bietet.

Von den acht Ländern der Initiative sei einzig Ungarn nicht vertreten gewesen. Dieses Detail lohnt sich besser zu merken als jede Äußerung vom Gipfel.

Der serbische Präsident bewertete auch das bilaterale Treffen mit dem polnischen Regierungschef Donald Tusk als gut und sagte über den rumänischen Präsidenten Nicușor Dan, er habe die Dinge beim Bau der Autobahn nach Timisoara erheblich vorangebracht. Gesprochen wurde auch über Energieverbindungen und Tourismus. Ein bilaterales Treffen mit Wolodymyr Selenskyj stehe noch aus.

Was nicht auf der Tagesordnung stand

Das Interessanteste an diesem Auftritt ist nicht, was auf dem Gipfel geschah, sondern was in Belgrad nicht geschah. Auf die abgesagte Reise von Ursula von der Leyen nach Serbien und Bosnien und Herzegowina angesprochen, befand Vučić, man habe eine „elegante Art“ gefunden zu sagen, es liege an den Wahlen - in Bosnien und Herzegowina wie in Serbien - und sie wisse genau, wie die öffentliche Meinung in Serbien aussehe.

Übersetzt: Die Spitze der Europäischen Kommission wollte wenige Wochen vor einer Abstimmung kein Foto mit dem Gastgeber. Das ist politisches Kalkül, kein Protokoll.

Hier wird die Geschichte balkanisch und nicht bloß serbisch. Eine regionale Initiative zur Vernetzung - Straßen, Energie, Tourismus - wirkt wie etwas, dem kaum jemand widersprechen kann, während der Besuch eines hohen europäischen Amtsträgers am Wahlkalender gemessen wird. Infrastruktur entsteht über Jahrzehnte, politisches Wohlwollen hält bis zur nächsten Abstimmung. Wie oft hat die Region in den letzten dreißig Jahren genau diesen Unterschied erlebt?

Die Straße nach Timisoara oder ein Energie-Interkonnektor hören nicht auf, nützlich zu sein, je nachdem, wer eine Wahl gewonnen hat. Die Frage ist, ob diese Projekte in Belgrad, in Skopje und in Sarajevo dieselbe sorgfältige Behandlung erfahren wie die Gipfelfotos - oder ob auch sie vor allem als Kulisse dienen.