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Stellvertretender Zolldirektor mit 17.500 markierten Euro gefasst: Er verkaufte Einfluss in zwei Verfahren

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Stellvertretender Zolldirektor mit 17.500 markierten Euro gefasst: Er verkaufte Einfluss in zwei Verfahren

Ein stellvertretender Direktor der Zollverwaltung wurde festgenommen, nachdem er bei der Annahme von 17.500 zuvor markierten Euro ertappt wurde. Es ging nicht um einen anonymen Hinweis oder einen Verdacht - der Mann wurde mit dem Geld in der Hand gefasst, bei einer Aktion der Abteilung für organisierte und schwere Kriminalität des Innenministeriums, koordiniert von einem Staatsanwalt der Behörde für organisierte Kriminalität und Korruption.

Nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft wurde das Geld als Bestechung gefordert, damit der Funktionär in zwei Verfahren bei der Zollverwaltung seinen „realen Einfluss“ einsetzt und angeblich hilft. Diese Formulierung sollte man zweimal lesen. Realer Einfluss. Nicht Zuständigkeit, nicht Unterschrift - Einfluss. Also etwas, das verkauft wird.

In einer zuvor veröffentlichten Mitteilung der Behörden heißt es, es handle sich um den stellvertretenden Leiter des Verwaltungssektors, der Schmiergeld im Zusammenhang mit einer Ausschreibung der Zollverwaltung verlangt habe. Als er das Geld nahm, hielt er auf polizeiliche Anordnung nicht an und flüchtete. Die Polizei bekam ihn.

Zoll, schon wieder

Die Zollverwaltung ist der Ort, an dem der Staat jeden Container, jeden Lkw und jede importierende Firma berührt. Wenn dort Einfluss verkauft wird, zahlt den Preis nicht nur der, der das Schmiergeld gab - ihn zahlt auch jeder Konkurrent, der nicht zahlen wollte oder konnte und deshalb die Ausschreibung verlor, Zeit verlor oder einfach aufgab.

Genau deshalb ist die Zahl 17.500 Euro nicht das Interessanteste. Wichtiger ist, dass es einen Mann gab, der glaubte, Einfluss in zwei Verfahren gleichzeitig in Rechnung stellen zu können, und der beim Einstecken markierter Scheine offensichtlich wenig Angst vor Folgen hatte. Das ist nicht das Selbstbewusstsein eines Einzelnen - das ist das Selbstbewusstsein von jemandem, der gesehen hat, wie so etwas durchgeht.

Nach vollständiger Dokumentation des Falls wird bei der Staatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität Anzeige erstattet. Details sollen später folgen.

Die Festnahme ist eine gute Nachricht. Die nächste wäre, wenn die Ermittlung nicht bei dem Mann stehen bleibt, der mit markiertem Geld durch die Straße rannte, sondern nach oben geht - zu der Frage, wer ihm gesagt hat, dass so etwas überhaupt möglich ist.