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Der Minister gibt es zu: Die privaten Facharztausbildungen gingen am Bedarf vorbei, Ärzte wählten, was sie wollten

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Der Minister gibt es zu: Die privaten Facharztausbildungen gingen am Bedarf vorbei, Ärzte wählten, was sie wollten

Sechs Jahre. So lange dauert die Facharztausbildung in Anästhesiologie und in Radiologie. Wer sich heute einschreibt, wäre also erst 2032 fertig. Das ist die Antwort darauf, warum der Mangel an Anästhesisten und Radiologen nicht über Nacht behoben werden kann - und diese Antwort bestreitet niemand.

Bestritten wird eine andere Frage: Wie sind wir überhaupt hierher gekommen?

Gesundheitsminister Sašo Klekovski gab eine ungewöhnlich direkte Antwort. Das Experiment mit den privaten Facharztausbildungen, 2017 und 2018 durchgeführt, habe nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht.

Ärzte wählten, was sie wollten, nicht, was fehlte

„Es wurden nicht die privaten Facharztausbildungen belegt, die wir brauchen, sondern das, was die Ärzte wollten. Also haben wir jetzt wieder viele Kardiologen, viel plastische Chirurgie, und wenig Pathologie, wenig Anästhesiologie, wenig Radiologie”, sagte Klekovski.

Lesen Sie diesen Satz noch einmal. Der Staat öffnete ein System, in dem die Wahl der Fachrichtung der Einzelne nach eigenem Interesse trifft und nicht nach dem Bedarf des Gesundheitswesens - und wundert sich dann, dass niemand da ist, der im OP die Maske hält.

Plastische Chirurgie und Kardiologie sind keine schlechten Fächer. Sie sind nur Fächer mit einer anderen ökonomischen Logik außerhalb des öffentlichen Gesundheitswesens. Wenn der Staat die Ausbildung nicht an den Bedarf bindet, entscheidet der Markt - und der Markt sucht keine Pathologen.

Die Zahlen, die das Loch zeigen

Vor der Pandemie gab es im öffentlichen Gesundheitswesen 20.000 Beschäftigte. Ins Jahr 2024 ging man mit 18.000. 2025 stieg die Zahl auf 18.900. Nun werden 300 neue junge Assistenzärzte eingestellt.

Heißt: Zweitausend Menschen verschwanden aus dem System, rund neunhundert kamen zurück. Am 28. Juli beschloss die Regierung, die Einstellung von weiteren 300 der insgesamt 600 Assistenzärzte freizugeben, deren Anstellung bereits durch einen Beschluss aus dem Jahr 2024 vorgesehen war.

Beachten Sie das Datum. Der Beschluss stammt von 2024. Die Freigabe von Juli 2026. Zwei Jahre zwischen Entscheidung und Umsetzung, in einem Sektor, dessen Personal in Tausenden weniger gezählt wird.

Was der Minister sagte und selten gesagt wird

Klekovski betonte, niemand dürfe auf Werkvertragsbasis arbeiten, schon gar nicht im Gesundheitswesen. Ein Satz, den man sich merken und in sechs Monaten vor Ort überprüfen sollte.

Er sagte außerdem: „Gebäude und Großgeräte sind bei Politikern beliebt wegen der Fotogelegenheit, im Kern brauchen wir aber, so viele Gesundheitsleistungen wie möglich auf die Primärebene zu verlagern.”

Ein Minister, der öffentlich sagt, ein Neubau sei eine Fotogelegenheit, ist eine interessantere Erscheinung als der Neubau. Das muss sich nun im Haushalt bestätigen, nicht nur in einer Aussage - denn das nächste Band zum Durchschneiden ist immer näher als der nächste Anästhesist.

Er kündigt eine Erweiterung der Positivliste um moderne Medikamente an, weil, wie er sagt, die Lage bei dem, was die Bürger aus eigener Tasche zahlen, katastrophal sei. Die Frist, die er sich selbst gesetzt hat, beträgt sechs Monate - neue Medikamente auf der Liste und sichtbare Verbesserungen im Klinischen Zentrum. Die Frist ist kurz und überprüfbar. Das ist gut.