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Apple behauptet, schockierende Beweise gegen einen früheren Ingenieur zu haben: alles kam aus einem alten Laptop

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Apple behauptet, schockierende Beweise gegen einen früheren Ingenieur zu haben: alles kam aus einem alten Laptop

Apple behauptet, „schockierende Beweise“ zu haben. Das ist die Formulierung, die Anwälte wählen, wenn der Richter etwas lesen soll, bevor es die Gegenseite tut. In der Klage gegen OpenAI legte das Unternehmen Material vor, das nach eigener Darstellung zeigt, dass frühere Mitarbeiter Geschäftsgeheimnisse zum Konkurrenten mitgenommen haben.

Das Material stammt von einem einzigen Ort - einem alten Arbeitslaptop. Die Anwälte von Chang Liu, einem früheren Apple-Ingenieur, der jetzt bei OpenAI arbeitet, übergaben Anfang dieses Monats sein altes MacBook, nachdem sie es mehrere Wochen hinausgezögert hatten. Apple sagt, allein dieses Gerät habe genug offengelegt.

Der Vorwurf ist konkret: Liu habe einen vertraulichen Apple-Schaltplan in seiner Arbeit für OpenAI verwendet, dazu ein Werkzeug, das den Namen einer internen Apple-Ingenieursanwendung trägt. Das Unternehmen behauptet außerdem, OpenAI sei „bestens darüber informiert“ gewesen, dass Liu Zugriff auf die Daten hatte, und Liu habe im Juni seinen Kollegen Yu-Ting Peng gebeten, ihm beim Löschen von Beweisen zu helfen - sobald er erfuhr, dass gegen ihn ermittelt wird.

„Das MacBook stellt die sehr begrenzten Informationen dar, die die Beklagten bislang geliefert haben, und es zeigt, dass Apple keine Hexenjagd betreibt, sondern dass seine Geschäftsgeheimnisse genutzt und Beweise vernichtet werden“, heißt es in dem Schriftsatz.

Die Verteidigung von OpenAI ist interessanter als der Vorwurf selbst, denn sie bestreitet den Zugriff nicht - sie verschiebt die Verantwortung. Liu habe erst nach seinem Weggang auf die Dateien zugegriffen, und zwar um früheren Kollegen zu helfen, die ihn darum gebeten hätten, behauptet das Unternehmen. Und fügt hinzu: „Apple versucht nun, die Schuld auf ‚Restzugriffe‘ zu schieben, verschweigt aber, dass dies bei Apple ein häufiges Problem ist, verursacht dadurch, dass Systemzugänge beim Ausscheiden von Mitarbeitern nicht ordentlich verwaltet werden.“

Mit anderen Worten: Wir sind nicht schuld, dass eure Tür offen stand. Apple entgegnet, die Tür sei nicht offen gewesen - Liu habe „einen seltenen, zuvor unbekannten Authentifizierungsfehler ausgenutzt“. Die eine Seite behauptet Nachlässigkeit, die andere einen Einbruch. Das Gericht wird entscheiden, welche - beachten Sie aber: Beide Versionen bedeuten, dass die Daten draußen sind.

Die Schärfe erklärt sich aus der Zahl im ursprünglichen Schriftsatz: über 400 frühere Apple-Mitarbeiter arbeiten inzwischen bei OpenAI. Das ist kein Personalabfluss mehr, das ist ein Umzug. Apple beantragt eine einstweilige Verfügung - einen Gerichtsbeschluss, der OpenAI während des Verfahrens die Arbeit an Hardware auf Basis seiner Technologie untersagen würde - sowie eine beschleunigte Beweiserhebung, da möglicherweise weitere Personen beteiligt seien.

In früheren Schriftsätzen fand sich auch eine Nachricht von Liu mit Tränen lachenden Emojis, in der er einräumt, weiterhin Zugriff auf Apple-Dateien gehabt zu haben. Wenn Ihnen ein Unternehmen je einen Laptop gegeben hat und Sie gegangen sind - wie lange funktionierte Ihr Zugang danach noch? Das ist keine Frage für das Silicon Valley. Das ist eine Frage für jede IT-Abteilung.