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Washington lässt vorübergehende Lizenz für russisches Öl auslaufen - Bessent ändert Position, Indien bleibt ohne Ausnahme

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Die Trump-Administration ließ am Samstag die vorübergehende Lizenz auslaufen, die bestimmten Staaten - darunter Indien und Indonesien - erlaubte, russisches Öl unter bestimmten Auflagen zu kaufen. Die kurze Phase der Lockerung der Sanktionen gegen Moskau ist vorbei. Was als Nächstes kommt - das ist eine der wichtigsten Fragen der gegenwärtigen globalen Energiepolitik.

Die Lizenz wurde im April dieses Jahres eingeführt, als die Finanzminister von mehr als 10 energiepolitisch verwundbaren Ländern Washington aufforderten, das Sanktionsregime gegen den russischen Energiesektor zu lockern. Der Kontext - die Straße von Hormus ist wegen der Eskalation zwischen den USA und dem Iran gesperrt, und ohne russisches Öl auf dem Markt schossen die Preise in die Höhe.

Finanzminister Scott Bessent war ursprünglich gegen eine Verlängerung, drehte aber innerhalb von zwei Tagen seine Position nach Appellen von Verbündeten. Jetzt ist dieser Ansatz Geschichte. Gleichzeitig beschloss Washington, auch die ähnliche iranische Ausnahme nicht zu verlängern. Beide Entscheidungen bedeuten noch härtere Sanktionen für beide Staaten - und potenziell katastrophale Ölpreise.

Die europäischen Verbündeten sehen das als gute Nachricht. Aus ihrer Sicht ist jedes Geld, das Moskau versiegt, weniger Finanzierung für den Krieg in der Ukraine. Aus Sicht von Neu-Delhi und Jakarta ist es eine Katastrophe für Volkswirtschaften, die auf billige Energie angewiesen sind. Und für uns auf dem Balkan - eine ernsthafte Gefahr.

Brent-Preise haben wir bereits über 105 Dollar pro Barrel gesehen. Analysen warnen, dass wir bei einer Fortdauer der Situation über mehrere Wochen dreistellige Preise pro Barrel als Standardbasis sehen könnten. Für ein Land wie Mazedonien, das von Importen aller Energieträger abhängt, bedeutet das teureren Treibstoff, teurere Lebensmittel und binnen 6 Monaten - teurere Produkte in jedem Supermarkt.

Die Hormus-Krise in Kombination mit dem Ende der Ölausnahmen ist genau das, was unsere Wirtschaft nicht verkraften kann. Regierungen reden in der aktuellen Lage von „Bereitschaft”, „Monitoring”, „Koordination mit Partnern” - den üblichen politischen Floskeln, die keine konkreten Probleme lösen. Die Realität an der Zapfsäule und auf der Stromrechnung wird in den kommenden Wochen zu spüren sein. Und dann bleibt kein Raum mehr für diplomatisch-ökonomische Rhetorik - nur noch Rechnungen, die bezahlt werden müssen.