Skip to content

Brent über 109 Dollar pro Barrel: Straße von Hormus geschlossen, Analysten warnen vor dreistelligen Preisen als neuer Normalität

1 Min. Lesezeit
Teilen

Die Ölpreise steigen, und die Straße von Hormus bleibt weiterhin gesperrt. Nach aktuellen Schätzungen hat Brent über 109 Dollar pro Barrel erreicht, und Analysten warnen - bleibt der Durchgang noch einige Wochen geschlossen, könnte die Welt dreistellige Ölpreise als neues Standardniveau sehen.

Warum ist die Straße von Hormus so wichtig? Durch diesen winzigen Engpass im Persischen Golf fließen rund 20 Prozent des täglichen Ölverbrauchs weltweit. Ein großer Teil des Rohöls aus Saudi-Arabien, dem Iran, dem Irak, Kuwait und den VAE läuft hier durch. Übersetzt: Wenn das zu ist, leidet die gesamte globale Energieversorgung.

Die diplomatischen Bemühungen zur Deeskalation sind festgefahren. Beide Seiten - die USA und der Iran - halten an maximalistischen Forderungen fest. Washington verlangt die bedingungslose Aufhebung der Blockade. Teheran knüpft Verhandlungen an die vollständige Aufhebung der Sanktionen. Es gibt keinen Spielraum für Kompromisse, jedenfalls nicht im Moment.

Für den Balkan bedeutet das viel. Mazedonien importiert nahezu alle Erdölderivate. Die Preise an der Zapfsäule sind direkt an die globalen Rohölpreise gekoppelt. Bleibt Brent noch einen Monat über 100 Dollar, zahlen die Bürger 2,5 bis 3 Euro pro Liter für Benzin und Diesel. Das ist ein Preis, den wir nur während der Pandemie und der großen ukrainischen Offensive gesehen haben.

Was kann die heimische Wirtschaft tun? Wenig. Die Regulierungskommission für Energie kann vorübergehende Stabilisierungsmechanismen nutzen, aber die wirken nur ein paar Wochen. Der langfristige Schlag für die Haushalte mazedonischer Familien und Unternehmen - der wird unvermeidlich. Und in der Regel folgt einem Ölpreisschock zwei, drei Monate später ein Schock bei allen anderen Warenpreisen.

Die globalen Märkte versuchen den Schock noch zu verdauen, aber ohne rasche diplomatische Lösung steuern wir in eine Ära mit deutlich höheren Energiepreisen. Und das ohne relevante Strategie irgendeiner politischen Partei in der gegenwärtigen Lage. Wie üblich tun wir so, als wäre es kein Problem - bis es offensichtlich eines wird.