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Zara hat Nike überholt: Marta Ortega hat eine 44-Milliarden-Dollar-Marke leise aufgebaut, mit Vogue-Fotografen und Architekten-Umkleiden

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Zara hat Nike überholt und ist die wertvollste Modemarke der Welt geworden. Nach dem neuesten Ranking von BrandZ hat der spanische Gigant einen geschätzten Wert von 44,088 Milliarden Dollar (18 Prozent jährliches Wachstum) erreicht, während Nike auf 41,188 Milliarden Dollar (Rückgang um 17 Prozent) gefallen ist. Dahinter steckt eine stille Transformation, die viele nicht gesehen haben, bis sie schon fertig war.

Die Architektin des Wandels ist Marta Ortega, seit 2022 Vorsitzende von Inditex. Die Tochter des Gründers Amancio Ortega wurde lange in Reserve gehalten - sie begann als Verkäuferin in einem Geschäft in London, durchlief verschiedene Positionen im Konzern, bevor sie die Spitze übernahm. Ihr Führungsstil ist das Gegenteil dessen, was erwartet wurde: leise, schrittweise, mit langem Horizont.

Die erste große Veränderung war visuell. Zara begann mit Fotografen zu arbeiten, die zuvor nur für Vogue und Luxusmarken tätig waren - Steven Meisel, David Sims, Craig McDean. Die Kampagnen wirken wie Strecken aus High-Fashion-Magazinen, nicht wie Fast-Fashion-Kataloge. Das Bild der Marke veränderte sich, ohne dass sich das Produkt änderte.

Die zweite Veränderung lag in den Designer-Kooperationen. Zara arbeitet jetzt mit Narciso Rodriguez, Stefano Pilati und mit Soshi Otsuki - Gewinner des LVMH Prize. Diese Kollektionen sollten nicht Millionen Stücke verkaufen - sondern einer Marke „kulturelle Legitimität” verleihen, die traditionell als Synonym für Fast Fashion galt. Eine Strategie, die langfristig wirkt: Menschen kaufen die Idee der Marke, nicht nur die Produkte.

Die dritte Veränderung betrifft die physischen Geschäfte. Edificio España in Madrid ist jetzt ein experimentelles Ziel - Architektur von Vincent Van Duysen, intelligente Umkleidekabinen, digitale Technologie in das Einkaufserlebnis integriert. Kein Fast-Fashion-Geschäft - ein „Lifestyle”-Raum. Und dieses Modell wird in den wichtigsten Städten der Welt kopiert, nicht nur in Spanien.

All das auf der Grundlage des Prinzips, das Amancio Ortega vor 50 Jahren eingeführt hat: Käufer wollen „frischen Fisch” - schneller Lagerumschlag, neue Stücke alle zwei Wochen, nie zweimal derselbe Look. Das hat Marta beibehalten. Sie hat es nur mit einer anderen Sensibilität neu geschrieben. Alles Übrige ist die diskrete Umgestaltung einer Marke, die ihr im Blut liegt.

Eine leise Strategie hat laute Ergebnisse hervorgebracht. Nike, jahrzehntelang Krone des Sport- und Lifestyle-Geschäfts, zerfiel nach einer Reihe schlechter Entscheidungen und gescheiterter Kampagnen. Zara - die sogar negative Schlagzeilen wegen Arbeitsbedingungen und Qualität hatte - ist nun die wertvollste Modemarke der Welt. Die Realität des Marktes: Du verkaufst Illusion, keine Arbeitskleidung. Und Zaras Illusion ist jetzt schöner als die von Nike.