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Silvia Abascal spricht über ihren hämorrhagischen Schlaganfall mit 32: Ich spürte einen Vulkan im Kopf und Blut in den Ohren

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Die spanische Schauspielerin Silvia Abascal, heute 47, spricht zum ersten Mal offen über den Moment, der ihr Leben veränderte - einen Schlaganfall in einer Garderobe beim Festival von Málaga im Jahr 2011. Es passierte vor einem Galaabend. Sie war 32. Und der einzige Grund, warum sie überlebte, war, dass sie nicht alleine im Hotelzimmer war.

„Es war wie ein Vulkan in meinem Kopf. Ich spürte Feuer, als würden meine Ohren bluten”, beschreibt Abascal. Ein hämorrhagischer Schlaganfall, betroffen war die linke Hemisphäre. Zusätzliches Glück - das Krankenhaus Carlos Haya lag fünf Minuten vom Festivalort entfernt.

Von allen Wahrheiten dieser Geschichte schmerzt eine am meisten: „Wäre es zehn Minuten früher im Hotelzimmer passiert, könnte ich es nicht mehr erzählen”. Zufall, kein Plan. Kein angerufener Reflex. Nur eine Summe aus Minuten und Menschen.

Es folgten zwei Jahre Rehabilitation in einer öffentlichen Einrichtung. Koordination, Gleichgewicht, Bewegung - alles musste neu erlernt werden. Die linke Gehirnhälfte steuert die rechte Körperhälfte und die Sprache, und für sie bedeutete das den Wiederaufbau der grundlegendsten Funktionen. Ihren ersten großen öffentlichen Auftritt hatte sie 2012 bei den Goya-Preisen - und wurde damit für viele ein Beispiel dafür, was ein persönliches Comeback ohne Tamtam bedeutet.

Heute spielt Abascal in der Dramaserie Entre Tierras und ist Mutter einer achtjährigen Tochter namens Leona. Warum spricht sie jetzt über etwas, das sie seit 15 Jahren trägt? Vielleicht weil in Spanien wie bei uns ein Schlaganfall in den Dreißigern immer noch als etwas behandelt wird, was anderen passiert. Es passiert. Und es passiert immer häufiger. Und öffentliche Geschichten darüber verändern, wie Menschen Hilfe suchen.

Einen Satz aus dem Interview sollte sich jeder merken: „Ich hatte enormes Glück, dass es mir passierte, als ich von Menschen umgeben war”. Das ist keine Philosophie - es ist Pädagogik. Ein Schlaganfall spielt sich in Minuten ab. Wenn man allein ist, sinkt die Überlebenschance drastisch. Die Symptome zu kennen und schnell Hilfe zu rufen, rettet Leben. Der Rest ist Glück - und Abascal hatte es im Übermaß.