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Bitola als „Velograd" - Bürgermeister Konjanovski mit einer Videopostkarte, aber das Wegenetz ist noch weit vom europäischen entfernt

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Bitola als „Velograd" - Bürgermeister Konjanovski mit einer Videopostkarte, aber das Wegenetz ist noch weit vom europäischen entfernt

Der Bürgermeister von Bitola, Toni Konjanovski, hat eine Videopostkarte der Stadt veröffentlicht, mit einer klaren Botschaft: Bitola rechtfertigt zunehmend den Beinamen „Velograd". Die Radwege in den Straßen „Vasko Karangelevski" und „Partizanska" würden täglich von Bürgern aller Generationen genutzt, behauptet er, und das sei der Beweis, dass Investitionen in funktionale Infrastruktur Ergebnisse bringen.

„Genießt diese Videopostkarte vom modernen Bitola. Mich freut die Tatsache, dass die Radwege von unseren Mitbürgern aller Altersgruppen genutzt werden", schrieb Konjanovski in den sozialen Netzwerken. „Gepflegte, geordnete und urbane Flächen sind unsere Vision für die ganze Stadt."

Nach Balkan-Maßstäben sind zwei Boulevards mit funktionalen Radwegen wirklich ein Fortschritt. Dennoch ist der Unterschied zwischen einem „Velograd" im wiener-europäischen Sinne und dem, was Bitola heute hat, beträchtlich. Velograd heißt Netz - wenn man von jedem Punkt in der Stadt mit dem Rad zu jedem anderen kommen kann. Zwei Straßen sind der Anfang eines Netzes, nicht das Netz selbst.

Die Frage, die Bewohner von Bitola stellen könnten, ist einfach: was kommt als Nächstes? Werden Verbindungen zu anderen Vierteln geplant? Wird es sichere Fahrradparkplätze an Schulen, Krankenhäusern, der Gemeinde geben? Werden Daten dazu veröffentlicht, wie viele Radfahrer diese Wege täglich oder wöchentlich nutzen? Ohne diese Zahlen ist die Videopostkarte politisches Narrativ, keine urbane Transformation.

Gleichzeitig hat die Videopostkarte auch einen realen Effekt. Wenn andere Bürgermeister in Mazedonien sehen, dass die Investition in Radinfrastruktur politisch rentabel ist, werden kleine, aber konkrete Veränderungen in anderen Städten leichter zu rechtfertigen sein. Bitola kann so ein Modell sein, nicht weil es ein „echter Velograd" ist, sondern weil es das Gespräch eröffnet hat, wie eine Stadt aussehen soll. Jetzt muss es nur fortgesetzt werden - Viertel für Viertel, Weg für Weg, vermutlich wird das Label in fünf Jahren verdient sein.