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Skopje schreibt neuen Tender für 100 Busse für JSP aus - das Problem ist nicht das Geld, sondern die Strategie zur Stadtführung

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Skopje schreibt neuen Tender für 100 Busse für JSP aus - das Problem ist nicht das Geld, sondern die Strategie zur Stadtführung

Die Stadt Skopje hat einen neuen Tender für 100 Busse für JSP Skopje ausgeschrieben und plant zusätzlich die Beschaffung von weiteren 40 für das Schnellbussystem (BRT). Bürgermeister Orce Gjorgjievski kündigt an, dass die Verfahren bis Jahresende abgeschlossen sein sollen, die Umsetzung beginnt nächstes Jahr. Gelingt der Tender, ist das eine Nachricht. Gelingt er nicht (ein Szenario, das schon mehrfach eingetreten ist), bleibt Skopje mit Bussen, deren Alter größer ist als die Hälfte ihrer Fahrer.

Das Problem bei JSP Skopje ist in den letzten fünf Jahren zu einem der sichtbarsten Zeichen für eine schlecht geführte Stadt geworden. Busse kommen langsam, viele sind defekt, die Frequenz ist so, dass die Fünfzehn-Minuten-Linie selten eingehalten wird. Die Bürger weichen auf Alternativen aus - Taxi, Privatfahrzeuge, Zu-Fuß-Gehen - und das ersetzt zunehmend den städtischen Verkehr. Das Ergebnis: weniger Fahrgäste, weniger Einnahmen, langsamere Erneuerung, und immer so weiter.

Die Idee eines BRT-Systems ist konzeptionell gut. Schnellbusse mit eigenen Spuren und kürzeren Intervallen wären ein echter Qualitätssprung. Aber BRT funktioniert nur, wenn die anderen Elemente funktionieren - Verlässlichkeit, Koordination zwischen den Linien, Echtzeit-Tracking, Preise, die nicht jeden einzelnen Fahrgast bestrafen. Ohne all das werden 40 neue Busse eine nette dekorative Ergänzung zu einem funktional zerfallenen System sein.

Und hier kommt die interessantere Frage. Skopje hat kein Nahverkehrsproblem, weil das Geld für Busse fehlt. Es hat ein Problem, weil eine Strategie fehlt. Geteilte Verantwortlichkeiten zwischen Ministerien und Gemeinden, unklare Befehlsketten und ungelöste langfristige Personalfragen bei JSP sind die tiefere Ursache. Neue Fahrzeuge kaufen ohne Strukturreform ist Symptom eines Ansatzes, bei dem von jedem politischen Zyklus eine öffentliche Bestätigung erwartet wird, dass „etwas gemacht wird" - ohne das Fundament zu reparieren.

Für die Einwohner Skopjes wird der eigentliche Test einfach sein: Können sie nächsten Winter ihren Tag nach dem Fahrplan des öffentlichen Verkehrs planen, oder werden sie weiter 30 Minuten auf einen vollen Bus auf einer Linie warten, die auf dem Papier alle 12 Minuten fährt? Ist die Antwort dieselbe wie in den vergangenen fünf Jahren, dann ist der Tender für 100 Busse politisches Theater. Verändert sich tatsächlich etwas, wäre es der erste echte Fortschritt nach einem Jahrzehnt städtischer Stagnation.