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Britische Drohnen trafen tief in Russland: Moskau lässt London wissen, dass es einen Preis zahlen wird

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Britische Drohnen trafen tief in Russland: Moskau lässt London wissen, dass es einen Preis zahlen wird

Lange war die Regel unausgesprochen, doch alle hielten sich daran: Westliche Waffen verteidigen die Ukraine, aber sie reichen nicht tief nach Russland. Diese Regel gibt es nicht mehr. Und Moskau sagte das in einem Satz, der direkt an London gerichtet war.

Britische Drohnen wurden erstmals bei Angriffen tief auf russischem Gebiet eingesetzt, enthüllte die „Sunday Times”. Darunter ist die Nyan, eine strahlgetriebene Angriffsdrohne des Herstellers Cullen-Lentz, eines Unternehmens im Verbund des britischen Rüstungsriesen BAE Systems. Die Zeitung berichtet, es seien auch Drohnen eines weiteren britischen Herstellers verwendet worden, dessen Name aus Sicherheitsgründen nicht genannt wird.

Die Antwort aus Moskau war nicht diplomatisch

Die russische Botschaft in London warf dem Vereinigten Königreich vor, sich bewusst für eine weitere Eskalation entschieden zu haben und über Kiew möglichst großen Schaden in Russland anrichten zu wollen.

„Londons Handlungen werden unweigerlich Folgen haben, für die es sich verantworten muss”, teilte die Botschaft mit.

Dann folgte die direktere Warnung: „Je tiefer es in den Konflikt verwickelt ist und je größer seine Unterstützung, desto höher der Preis, den es zahlen wird.”

London wich keinen Zentimeter zurück. Ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums erklärte, Britannien stehe Schulter an Schulter mit der Ukraine und werde ihr weiterhin Ausrüstung zur Abwehr der russischen Invasion liefern.

Die Zahlen hinter der Rhetorik

Das ist kein symbolischer Schritt. Die Ukraine hat die Zahl der Langstreckenangriffe auf russisches Gebiet dieses Jahr drastisch erhöht - Ziele sind Raffinerien, Rüstungsindustrie, Marinestützpunkte und Logistikknoten. Nach Daten der Organisation ACLED führte die Ukraine im Juli dreimal mehr Langstreckenangriffe durch als im Januar.

Das russische Verteidigungsministerium meldete, in der Nacht vom 14. auf den 15. August seien 598 ukrainische Drohnen über 19 russischen Regionen, dem Schwarzen und dem Asowschen Meer sowie der Krim abgeschossen worden. Das ist Moskaus Angabe und lässt sich nicht vollständig unabhängig überprüfen, doch schon die Größenordnung sagt genug über das Ausmaß.

Warum Drohnen und keine Raketen

Die Antwort ist buchhalterisch, nicht militärisch. Die „Sunday Times” schätzt, dass eine solche Drohne zwischen 50.000 und 100.000 Pfund kostet, während der Ersatz einer einzigen Storm-Shadow-Rakete über 750.000 Pfund kosten kann. Drohnen werden schnell produziert und in großen Schwärmen gestartet, um die russische Luftabwehr zu überlasten.

Das ist ein Krieg, in dem die Ökonomie eines Schlags wichtiger wird als seine Präzision. Hundert Drohnen zum Preis einer Rakete - das ist kein technologischer Fortschritt, das ist eine neue Arithmetik der Zerstörung.

Als das Ziel ein Onlineshop wurde

Das ungewöhnlichste Ziel der ukrainischen Kampagne ist Wildberries, Russlands größter Onlinehändler. Das ukrainische Verteidigungsministerium behauptet, sieben der zehn größten Logistikzentren des Unternehmens seien ausgeschaltet worden. Schätzungen zur zerstörten Ware reichen bis rund 4,9 Milliarden Euro, die Gesamtverluste des Unternehmens und der Händler werden auf etwa 800 Milliarden Rubel geschätzt.

Früheren Angaben zufolge wurden seit Mitte Juli mindestens 20 Wildberries-Objekte getroffen, die Angriffe zerstörten mehr als 1,18 Millionen Quadratmeter Lagerfläche. Kiew behauptet, das Unternehmen vertreibe über sein Netz auch Waren mit möglicher militärischer Verwendung - was Moskau und das Unternehmen bestreiten.

Wohin das führt

Also: Britische Waffen treffen tief in Russland, Moskau droht London offen mit Folgen, und London antwortet, es werde nicht nachgeben. Zwei Atommächte tauschen Botschaften über ein drittes Schlachtfeld aus.

Der Balkan weiß sehr genau, wie es aussieht, wenn Großmächte ihre gegenseitigen Grenzen auf fremdem Territorium testen. Die Frage ist nicht, ob jemand blufft - die Frage ist, wer die erste echte Antwort als überschrittene Schwelle betrachten wird.