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Drohne schlug neben der slowakischen Botschaft in Kyjiw ein: Bratislava bestellte den russischen Botschafter ein

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Drohne schlug neben der slowakischen Botschaft in Kyjiw ein: Bratislava bestellte den russischen Botschafter ein

Der slowakische Außen- und Europaminister Juraj Blanár bestellte den russischen Botschafter in Bratislava zum Gespräch ins Ministerium. Der Grund: Eine russische Drohne traf ein Gebäude des ukrainischen Sicherheitsdienstes in Kyjiw, und dieses Gebäude befindet sich in unmittelbarer Nähe der Konsularabteilung der slowakischen Botschaft.

„Wir fordern Russland auf, von Handlungen abzusehen, die das Leben und die Sicherheit unschuldiger Zivilisten gefährden können“, erklärte Blanár. Zugleich rief er beide Seiten des Konflikts auf, eine weitere Eskalation zu vermeiden, die die Spannungen erhöht und nicht zu einer friedlichen Lösung beiträgt.

Beide Seiten. Das ist die diplomatische Formulierung, die man verwendet, wenn man etwas sagen will, aber nicht zu laut - und wenn man weiß, dass die Drohne über dem eigenen Gebäude nicht von beiden Seiten gestartet wurde.

Ein leeres Büro als Argument

Blanár betonte, zum Zeitpunkt des Angriffs sei niemand in der Konsularabteilung gewesen. Dieser Teil der Botschaft werde aus Sicherheitsgründen nur eingeschränkt genutzt. Das heißt: Die slowakische Diplomatie hatte längst ausgerechnet, dass dieses Gebäude kein sicherer Ort ist - lange vor der Drohne.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte am Freitag mit, die russische Drohne habe die Zentrale des ukrainischen Sicherheitsdienstes in Kyjiw getroffen und sei „direkt auf das Büro“ des amtierenden Direktors Olexandr Poklad gerichtet gewesen.

Das ist die Situation, die Diplomaten kollaterale Nähe nennen und gewöhnliche Menschen Glück. Fünfzig Meter Unterschied, und der slowakische Protest hätte nicht einer beschädigten Fassade gegolten. Kleine Staaten mit Botschaften in Kriegsgebieten leben genau von dieser Differenz und erfahren davon meist erst hinterher.

Die Slowakei ist in dieser Geschichte kein Zufall. Ihre Regierung gehört in der EU zu den weichsten gegenüber Moskau und zu den lautesten gegen weitere Militärhilfe für Kyjiw. Und genau diese Regierung musste heute den russischen Botschafter einbestellen. Das passiert, wenn Außenpolitik für das heimische Publikum gemacht wird - und der Krieg dasselbe Publikum nicht liest.

Haben kleine Staaten überhaupt ein anderes Instrument als die Einbestellung eines Botschafters ins Ministerium? Auf dem Balkan ist das keine theoretische Frage - wir haben sie oft gestellt und selten eine Antwort bekommen, die mehr kostete als eine Erklärung.