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Erdogan bietet sich erneut als Vermittler zwischen Putin und Kiew an: die Rolle, die er zweimal ohne dauerhaftes Ergebnis spielte

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Erdogan bietet sich erneut als Vermittler zwischen Putin und Kiew an: die Rolle, die er zweimal ohne dauerhaftes Ergebnis spielte

Recep Tayyip Erdogan wird Wladimir Putin morgen in Bischkek anbieten, dass Ankara erneut den Platz des Vermittlers zwischen Moskau und Kiew einnimmt. Die Information stammt aus einer Quelle in der türkischen Regierung: Die Türkei sei bereit, zur Lösung des Konflikts beizutragen und zwischen den Seiten zu vermitteln.

Das Angebot ist nicht neu. Genau das ist das Interessanteste daran.

Ankara hat das schon versucht

Bereits 2022 war Istanbul Gastgeber der ersten ernsthaften direkten Gespräche zwischen Russland und der Ukraine. Später war die Türkei gemeinsam mit den Vereinten Nationen Teil des Abkommens, das den Export ukrainischen Getreides über das Schwarze Meer ermöglichte. Weder das eine noch das andere wuchs zu einem dauerhaften politischen Abkommen.

Die Rolle ermöglicht der Türkei ihre eigene Position: NATO-Mitglied, unterstützt sie die territoriale Integrität der Ukraine, schloss sich aber nie den westlichen Sanktionen gegen Russland an. Als alle anderen ihre Kanäle schlossen, hielt Ankara seine sowohl nach Moskau als auch nach Kiew offen. Das ist Realpolitik in Reinform - und sie funktioniert, zumindest für den, der sie betreibt.

Moskau sagt, die Tür sei nicht zu, aber es gibt Bedingungen

Der Kreml wiederholt seit Monaten dieselbe Formel: Russland habe die Tür für Verhandlungen nicht geschlossen, doch jedes Abkommen müsse die Lage an der Front und die russischen Bedingungen berücksichtigen. Sprecher Dmitri Peskow sagte Mitte Juli, es gebe keine unmittelbaren Aussichten auf eine Wiederaufnahme der Gespräche mit Kiew, Moskau bleibe dafür aber offen.

Putin ging Ende Juni einen Schritt weiter: Russland sei bereit zu Friedensgesprächen auf Grundlage der in Istanbul erzielten Vereinbarungen, der in Ankara erörterten Modalitäten und, wie er betonte, „der Realität vor Ort“.

Diese letzte Formel ist der ganze Punkt. Für Moskau bedeutet „die Realität vor Ort“, dass viereinhalb Jahre Krieg nicht ausradiert und der Verhandlungstisch von 2022 nicht wiederhergestellt werden kann. Für Kiew ist die Anerkennung von Grenzverschiebungen als vollendete Tatsache genau das, was nicht infrage kommt. Beide Seiten erklären sich offen für Gespräche - und beide definieren einen Ausgangspunkt, den die andere nicht akzeptiert.

Das Schwarze Meer kommt direkt zur Sprache

Der zweite große Teil des Treffens ist das Schwarze Meer. Der russische Präsidentenberater Juri Uschakow bestätigte bereits, dass beide über die Lage im Schwarzmeerbecken sprechen werden. Angriffe auf Häfen, Schiffe und Logistikinfrastruktur bringen dieses Thema erneut auf den Tisch.

Für die Türkei ist das keine abstrakte Diplomatie. Sie kontrolliert Bosporus und Dardanellen und ist faktisch der Schlüsselstaat für das militärische und kommerzielle Regime des gesamten Schwarzen Meeres. Ankara bietet nicht nur einen Ort für Treffen - es hat ein direktes Interesse daran, dass der Konflikt nicht auf die Seewege zu den eigenen Küsten überschwappt.

Warum gerade jetzt

Das Angebot kommt zu einem Zeitpunkt, an dem auch Washington nach einem Weg sucht, den diplomatischen Kanal wiederzubeleben. CIA-Direktor John Ratcliffe brachte bei einem jüngsten geheimen Besuch in Moskau die Idee eines Treffens zwischen Donald Trump, Putin und Wolodymyr Selenskyj ins Spiel.

Das Treffen in Bischkek ist unmittelbar nach den Hauptveranstaltungen des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit angesetzt. Die Türkei ist kein Vollmitglied, sondern Dialogpartner - doch Erdogan nutzt diese Organisation seit Jahren, um die Beziehungen zu Russland, China und den zentralasiatischen Staaten zu stärken.

Drei Seiten suchen also gleichzeitig eine Tür zurück an den Verhandlungstisch, und niemand sagt, unter welchen Bedingungen er sie öffnen würde. Ob dies eine echte Wende ist oder eine weitere Runde diplomatischer Fototermine, wird sich nach Bischkek zeigen - aber nicht an den Mitteilungen aus Bischkek.