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In 34 Punkten verurteilt - und beim königlichen Begräbnis stand er vorn: Marius Borgs Platz im neuen norwegischen Hof

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In 34 Punkten verurteilt - und beim königlichen Begräbnis stand er vorn: Marius Borgs Platz im neuen norwegischen Hof

Norwegen hat seine langjährige Konstante beerdigt. Harald V., der König, der mehr als drei Jahrzehnte auf dem Thron saß, wurde mit dem Krönungsschwert und der bedeutendsten Krone des Königreichs verabschiedet, und den Sarg trugen seine engsten Angehörigen durch die Korridore des Schlosses. Unter ihnen, gut sichtbar, stand auch Marius Borg Hoiby.

Dieser Name wurde in Norwegen in den vergangenen zwei Jahren nie ohne unangenehme Pause ausgesprochen. Im Juni dieses Jahres sprach ihn das Gericht in Oslo in 34 von insgesamt 40 Anklagepunkten schuldig, darunter zwei wegen Vergewaltigung, häusliche Gewalt, Körperverletzung, Besitz und Handel mit Drogen sowie mehrfache Verstöße gegen Kontaktverbote. Das Strafmaß: vier Jahre Haft. In zwei weiteren Punkten wegen sexuellen Übergriffs wurde er freigesprochen, und seine Anwälte kündigten Berufung gegen die Vergewaltigungsurteile und einen Teil der Gewaltvorwürfe an.

Trotz alldem war er im Trauerzug. Nicht irgendwo am Rand, sondern vorn.

Wie es überhaupt dazu kam

Marius kam 2001 in das Schloss, als der damalige Kronprinz Haakon Mette-Marit heiratete - eine Frau ohne aristokratische Herkunft, alleinerziehende Mutter mit einem Kind aus einer früheren Beziehung. Der norwegische Hof tat damals, was die meisten europäischen Höfe nicht zugelassen hätten: Er nahm das Kind als eigenes an. Haakon erzog ihn gleichberechtigt mit Prinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus. Der leibliche Vater des Jungen saß zu jener Zeit wegen Gewalttaten und Drogen im Gefängnis, sodass die Bindung an die Königsfamilie die einzige blieb, die funktionierte.

Das Ergebnis ist, was wir jetzt sehen: ein Mann ohne Titel, ohne dynastische Rechte und ohne einen einzigen Platz in der Thronfolge, der dennoch dort steht, wo die Enkel stehen.

Die Frage, die norwegische Medien laut stellen

Seit 2024, als sich die Festnahmen häuften, führt Norwegen eine Debatte, wie sie über das Königshaus selten geführt wird: Hat die Polizei ihn behandelt wie jeden anderen? Das ist keine sinnlose Frage. Ein Mann, der monatelang festgenommen und wieder freigelassen und dann in 34 Punkten verurteilt wurde, erhält die Erlaubnis, seinen „Großvater“ in den Stunden vor dessen Tod im Nationalkrankenhaus zu besuchen.

Der Hof entschuldigte sich dafür nicht. Im Gegenteil - am 25. August veröffentlichte er bislang unbekanntes Filmmaterial von der Hochzeitsreise Haakons und Mette-Marits, auf dem zu sehen ist, dass der Junge schon damals bei ihnen war. Das ist keine Aufnahme, die zufällig erscheint. Das ist eine Botschaft.

In seiner ersten Ansprache an die Nation erwähnte der neue König Haakon VIII. auch ihn - als seinen Sohn.

Wo hier die Linie verläuft

Der Balkan kennt diese Szene unter anderem Namen. Jede Familie hat den Menschen, über den alle alles wissen und der beim Begräbnis dennoch vorn steht, weil Familie eben Familie ist. Der Unterschied ist, dass bei der norwegischen Familie das Begräbnis live übertragen und aus dem Haushalt bezahlt wird.

Und genau darin liegt das Unbehagen. Das private Recht einer Familie, ihr Kind nicht zu verstoßen, würden wenige bestreiten. Aber der Hof ist keine Privatfamilie - er ist eine Institution mit Verfassungsfunktion, und jedes Bild von ihr ist eine politische Aussage, ob gewollt oder nicht. Marius Borg wird nichts erben. Was er bekommen hat, ist schwerer zu nehmen als ein Titel: ein Platz im Bild.