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23.04.2026
12.04.2026
Heute besucht Mihalis Rokas, EU-Botschafter in Mazedonien, Kruševo und Bitola - zwei Städte an einem Tag mit klassischer Agenda: Treffen mit Bürgermeistern und Stadträten, Gespräch mit der Zivilgesellschaft, offener Dialog mit Bürgern und ein abendliches Konzert in Bitola zum Europatag.
In Kruševo lautet der Ton „europäisches Willkommen". Treffen mit Niko Čoneski, dem Bürgermeister, und Mitgliedern des Stadtrats. Auf dem Tisch: „die Effekte des EU-Beitrittsprozesses" und konkrete Ergebnisse europäischer Finanzhilfe. Übersetzt aus dem Diplomatenton: Die EU gibt Geld für Infrastruktur, wir zählen es.
Der Bitola-Teil ist „Europatag" - ein Konzert vor dem Offiziershaus. Die Band Funk Shui und DJ Dejan Deks. Programm unter dem Motto „Unser Europa. Gemeinsam stärker". Symbolik ohne viele Nuancen.
Interessant ist der Zeitpunkt. EU-Botschafter reisen nicht ohne Grund und Interesse durch mazedonische Städte. Mit dem französischen Veto, den bulgarischen Bedingungen, den noch immer ungelösten Verfassungsänderungen - die EU-Mazedonien-Beziehungen sind in einer Phase, in der jeder Besuch ein politisches Statement ist. „Kruševo und Bitola" ist eine klare Botschaft an Westmazedonien: Ihr seid uns noch wichtig, auch wenn Brüssel weit weg wirkt.
Reicht das? Im Balkankontext nein. EU-Botschafter sind in den letzten zwei Jahren deutlich häufiger durch Albanien, Nordmazedonien und Montenegro gereist als durch Kroatien - das bereits Mitglied ist - und das ist kein Zufall. Es ist ein Signal, dass Brüssel das Momentum halten will, auch wenn der reale Prozess blockiert ist. Wir sehen die Botschafter. Wir hören sie über die „gemeinsame Zukunft" sprechen. Und warten weiter an der Tür.
Schlussnotiz - „Unser Europa. Gemeinsam stärker" - ein Motto, das aus EU-Sprache übersetzt heißt: „Wir wissen, dass ihr noch nicht Teil seid, aber wir reisen in eurem Namen mit". Eine Botschaft, die nach 20 Jahren Warteschlange langsam vertraut klingt.
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