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Filipče: Es gibt ein Netzwerk Budapest-Belgrad-Skopje - Orban, Vučić und Mickoski funktionieren nach demselben Copy-Paste-Modell

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Venko Filipče, der Chef der SDSM, gab dem serbischen Portal „Nova rs" ein Interview, in dem er etwas formulierte, das in der mazedonischen Öffentlichkeit alle nur tuscheln - dass es ein politisch-finanzielles Netzwerk Budapest-Belgrad-Skopje gibt. Orban, Vučić, Mickoski - laut Filipče sind sie keine isolierten Anführer. Sie sind ein Netzwerk mit gemeinsamen Interessen, gemeinsamen Finanzstrukturen und einem gemeinsamen Funktionsmuster.

„Wenn man sich die Politik ansieht, ist es kompletter Copy-Paste", sagte Filipče. „Dieselbe Spaltung der Bevölkerung in Patrioten und Verräter. Dieselbe Medienkontrolle. Dieselben Tricks". Das ist eine ernste Behauptung des Chefs der größten Oppositionspartei, und eine, für die Filipče auch konkretes Material vorlegt.

Zur Frage nach dem Milliardenkredit der ungarischen Eximbank sagte Filipče: „Die Konditionen sind umstritten. Wir wissen nicht alles über die Zinsen, wir wissen nicht alles über die Garantien". Das ist eine substanzielle Anmerkung. Wenn ein Land einen Milliardenkredit von einem anderen Land mit spezifischen politischen Verbindungen erhält, sind Fragen nach den Konditionen keine Verschwörungstheorien - sie sind die Pflicht von Journalisten und Opposition.

Filipče verband das auch mit den Medien. „Ungarische Unternehmen beeinflussen den mazedonischen Medienmarkt sowie den Energiesektor". Das ist eine Behauptung, die als Datenpunkt auch bei anderen Forschern existiert - im aktuellen Kontext erscheint sie aber als zentrale These der Oppositionspolitik. Ob das eine politisierte Nutzung realer Daten ist oder eine reale Analyse verborgener Strukturen - das ist eine Frage für die nächsten Monate.

Interessant wird es, wenn Filipče Nikola Gruevski erwähnt, der aus Mazedonien über Serbien nach Ungarn floh. „Er hat sowohl einen serbischen als auch einen ungarischen Pass. Braucht ihr noch mehr Beweise?" Das ist ein rhetorischer Schlag, aber auch ein faktischer Stand. Gruevski wurde wegen Amtsmissbrauchs verurteilt und lebt nach wie vor in Budapest im politischen Asyl - eine Konstellation, die laut Filipče kein Zufall ist.

Für Leser auf dem Balkan ist das eine ernsthafte Frage - gibt es eine transnationale autoritäre Achse, die sich von Budapest bis Belgrad und Skopje zieht? Brüssel sieht es und reagiert mit halben Maßnahmen und aufgeschobenen Entscheidungen. Moskau sieht es und freut sich. Die Bürger der drei Länder sehen es und wissen nicht, wie sie reagieren sollen. Filipče spricht diesmal nicht über eine interne mazedonische Angelegenheit. Er spricht über einen regionalen Prozess. Und dieser Prozess ist größer als ein Wahlzyklus.