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Schlägerei beim Protest für die juristische Prüfung auf Albanisch: drei Festnahmen, Minister verspricht „bald"

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Beim gestrigen Protest für das Ablegen der juristischen Staatsprüfung auf Albanisch endete eine zunächst friedliche Versammlung albanischer Studierender vor dem Justizministerium in körperlichen Auseinandersetzungen, Schlägereien und drei Festnahmen. Die Aufnahmen verbreiten sich in den sozialen Netzwerken - Schläge, Reißen an der Kleidung und der Moment, in dem die Polizei die Beteiligten am Zwischenfall festnahm.

Der Protest begann am Skenderbeg-Platz und zog durch das Zentrum von Skopje zum Justizministerium. Transparente mit Botschaften wie „Lasst unsere Zukunft in Ruhe" und Anklagen wegen der Kluft zwischen Recht und Praxis. Die Studierenden machten klar: Sie werden nicht aufhören, bis ihre Forderung nach Ablegen der juristischen Prüfung in der Muttersprache erfüllt ist.

Die Reaktion der regierenden VLEN-Partei war erwartbar diplomatisch: Die Ko-Vorsitzenden trafen Premier Hristijan Mickoski, die Regierung versprach, „verfassungskonforme Lösungen" durch einen „gemeinsamen, klugen und würdevollen Ansatz" zu suchen. Auf klare Sprache übersetzt: Es wird gewartet, verhandelt, und vielleicht taucht vor den nächsten Kommunalwahlen eine Lösung auf.

Minister Daut Beciri ging weiter - er erklärte, die juristische Prüfung und alle Fachprüfungen würden bald auch auf Albanisch abgelegt werden können. Die Aussage klingt gut. Die Frage ist - wann? „Bald" ist das dehnbarste Wort in der mazedonischen Politik. Es kann einen Monat heißen, es kann vier Jahre heißen.

Für mazedonische Bürger - unabhängig von der Sprache - ist die Frage größer. Fachprüfungen auf Albanisch existieren bereits in einigen Bereichen (Medizin, Bildung). Warum widersteht ausgerechnet die Justiz so lange? Brauchen die Gerichte etwa albanische Anwälte, die ihre Prüfung auf Mazedonisch ablegen, um den Parteien zu übersetzen? Das ist Diskriminierung, getarnt als „technisches Detail".

Und die Schlägerei beim Protest? Ein Zeichen, dass selbst friedliche Proteste nicht mehr friedlich bleiben. Und ein ernsthaftes Signal dafür, wie sich die verschiedenen Gemeinschaften in Mazedonien fühlen - ungehört und zunehmend ohne Geduld.