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Lufthansa streicht die Linie Skopje - Frankfurt nach drei Jahren staatlich subventionierter Flüge

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Lufthansa schließt die Direktlinie Skopje - Frankfurt nach mehr als drei Jahren Betrieb. Der deutsche Luftfahrtkonzern hatte die Strecke im April 2023 mit staatlichen Subventionen aufgenommen und betrieb sie in den letzten Saisons mit 7 bis 10 wöchentlichen Flügen im Sommer - und nur drei im Winter. Jetzt ist Schluss.

Sämtliche Flüge wurden aus dem Buchungssystem für den Sommer- und den am 25. Oktober beginnenden Winterflugplan entfernt. Wer nach Frankfurt will, muss künftig in Wien umsteigen und mit Austrian Airlines weiterfliegen - die selbst zur Lufthansa Group gehört. Als Alternative bietet Wizz Air weiterhin Flüge nach Hahn an, rund 125 Kilometer von Frankfurt entfernt.

Warum? Lufthansa erklärt es mit „Kostensenkung und Konzentration auf profitablere Strecken". Diplomatische Übersetzung: Skopje bringt kein Geld. Der Konzern kämpft mit Personalstreiks, der Stilllegung der Tochter Cityline, am Boden bleibenden Maschinen und unklaren Treibstoffpreisen wegen der Spannungen im Nahen Osten.

Der Skopjeer Flughafen steht nicht allein da - Lufthansa kürzt auch die Linien nach Belgrad und Ljubljana und streicht hunderte wöchentliche Flüge aus den Hubs Frankfurt und München. Doch für Mazedonien trifft es härter. Deutschland ist eines der wichtigsten Ziele der mazedonischen Diaspora, und die Direktverbindung war ein Symbol für „normale" Anbindung an die EU.

Die einfache Frage lautet: Was hat die mazedonische Regierung mit den Subventionen gemacht? Erst wird die Strecke bezahlt, dann läuft sie nicht, dann verschwindet sie. Wer haftet für die Wahl eines Partners, der sich als instabil erwies? Wer hat Alternativen geplant? Hatte der Staat überhaupt einen Plan B, oder lebte er nur in der Hoffnung, Lufthansa würde aus Sentiment bleiben?

Für mazedonische Passagiere bedeutet jedes Umsteigen in Wien mindestens 90 Minuten zusätzliche Reisezeit und meist 60-100 Euro Aufpreis. Das ist der Preis der deutschen Luftverkehrsstrategie. Und es ist der Preis, den wir jedes Mal zahlen, wenn wir nach Deutschland zur Arbeit fahren oder zum Fest nach Hause kommen.