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Du schläfst acht Stunden und bist trotzdem todmüde: Der wahre Schuldige ist nicht der Schlaf

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Du schläfst acht Stunden und bist trotzdem todmüde: Der wahre Schuldige ist nicht der Schlaf

Du schläfst acht Stunden und stehst morgens auf, als hättest du die ganze Nacht einen Lastwagen entladen. Kommt dir bekannt vor? Laut Psychologen liegt das Problem nicht in der Länge des Schlafs, sondern in einer simplen Begriffsverwechslung - Schlafen ist nicht dasselbe wie Ausruhen. Du kannst acht Stunden im Bett liegen, und Körper und Geist bleiben trotzdem in Alarmbereitschaft.

Der Psychologe José Martín del Pliego erklärt, dass das Nervensystem in „Alarmmodus" bleibt, sogar während wir schlafen, wenn wir in ständiger Sorge, Stress und ungeklärten Emotionen leben. „Das Nervensystem stellt die Wachheit über die Ruhe, sobald es Gefahr spürt - eine echte oder eingebildete", sagt er. Und der Körper unterscheidet nicht zwischen einem echten Löwen und einer eingebildeten Deadline auf der Arbeit.

Hier kommt der entscheidende Unterschied: Körperliche und emotionale Erschöpfung sind nicht dasselbe. Die körperliche erholt sich durch Schlaf. Die emotionale häuft sich anders an und erholt sich viel schwerer - genau deshalb kann ein Mensch gut schlafen und trotzdem leer aufwachen. Stress ist, wie der Psychologe sagt, „ein gescheiterter Anpassungsversuch" an eine Situation, die uns überfordert.

Die Lösungen sind keine Wunder, aber konkret. Erstens - reduziere die ständige Vernetzung; schaffe wirklich ruhige Räume, in denen das Nervensystem sein Alarmniveau senken kann. Zweitens - lerne „nein" zu sagen; Grenzen verhindern, dass sich Frust anhäuft. Drittens - lass die Energie durch Bewegung, Natur und echtes Beisammensein ab. Und viertens - verstehe, wie dein eigener Körper funktioniert, denn schon das Verstehen befreit.

Auf dem Balkan bedeutet „müde" meist „faul" im Mund derer, die es nicht hören wollen. Aber das Bild sieht anders aus - oft sind die Müdesten genau jene, die am meisten schultern und sich am wenigsten erlauben innezuhalten. Vielleicht beginnt echte Erholung nicht mit längerem Schlaf, sondern mit einer kürzeren Liste von Sorgen, die wir mit ins Bett nehmen.