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Russland traf Kiew mit ballistischen Raketen, kaum dass die US-Unterhändler weg waren, Polen ließ Jets aufsteigen

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Russland traf Kiew mit ballistischen Raketen, kaum dass die US-Unterhändler weg waren, Polen ließ Jets aufsteigen

Die amerikanischen Friedensgesandten Jared Kushner und Steve Witkoff sprachen am Sonntag in Moskau, flogen dann nach Kiew zu Wolodymyr Selenskyj und reisten ab. Am Morgen, fast unmittelbar nach dem Start ihres Flugzeugs, fielen ballistische Raketen auf Kiew. Sechs Menschen wurden verletzt, mehrere sind unter Trümmern eines beschädigten Wohnhauses eingeschlossen.

„In der ganzen Stadt brachen Brände aus“, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram. Die Kiewer Militärverwaltung teilte mit, ein fünf- und ein dreistöckiges Gebäude seien durch herabfallende Trümmer beschädigt worden, und rief die Menschen auf, Schutz zu suchen. Nichts davon ist neu für Kiew. Neu ist das Timing.

Die Friedensgespräche laufen, und in derselben Nacht fliegen Raketen. Lässt sich das als Zufall lesen? Der Kreml erklärte nach den Moskauer Gesprächen, er schließe eine Fortsetzung trilateraler Verhandlungen nicht aus. Zwischen diesem „schließen wir nicht aus“ und einer ballistischen Rakete auf ein Wohnhaus lagen wenige Stunden.

Polen ließ die Jets aufsteigen

Während in Kiew Explosionen zu hören waren, begann das benachbarte Polen - Mitglied der NATO wie der Europäischen Union - militärische Luftoperationen zum Schutz des eigenen Luftraums, teilten seine Streitkräfte mit. Das ist ein Satz, den man auf dem Balkan zweimal lesen sollte. Es geht nicht um eine Übung. Es geht um einen Staat, der bei jedem großen Angriff auf Kiew seinen Luftschild aktivieren muss, weil die Raketen zu nah an seiner Grenze fliegen.

Der Krieg dauert viereinhalb Jahre. Die Administration von Donald Trump hat die Versuche erneuert, ihn zu beenden - und dies ist die wievielte Runde von Gesandten, die zwischen Moskau und Kiew pendeln. Jede Runde endet mit der Erklärung, die Gespräche seien konstruktiv gewesen. Jede Nacht danach sieht aus wie die Nacht davor.

Die Schläge gehen nicht nur in eine Richtung. In derselben Nacht beschädigten ukrainische Drohnen zivile Infrastruktur und verletzten Menschen in Saratow, einer Stadt an der Wolga rund 730 Kilometer südöstlich von Moskau. In dieser Region arbeitet eine große Raffinerie des staatlichen Rosneft, dazu eine Reihe weiterer Industrie- und Militäranlagen.

Also: Gespräche in Moskau, Gespräche in Kiew, Raketen auf Kiew, Drohnen auf Saratow - alles binnen eines Tages. Die Frage ist nicht, ob jemand Frieden will. Die Frage ist, wer ein Interesse daran hat, dass die Verhandlungen länger dauern als sein Raketenvorrat.